blog Titelgedanken

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Sonntag, 22. Januar 2012

Dresdner Originale und Originelles in Dresden

Dem Leben über die Schulter blickend, entdeckte ich letzte Woche Originelles in Dresden, nämlich das Dasein eines Schutzengels. Es gibt sie wirklich, denn er war ja da, der Schutzengel in seinem leuchtend weißen Hemdchen. Für welche der beiden Damen auf dem Foto trägt er die Verantwortung? Die Antwort bleibe ich euch und mir schuldig. Vielleicht ist mir eine große ERkenntnis gelungen. Wie mache ich Schutzengel sichtbar? Vampire besitzen kein Spiegelbild und mit einem solchen kann ich sehen, ob die Person vor mir lebt oder ein Vampir ist. Scheinbar funktioniert dieser Vorgang umgekehrt bei einem Engel. Als Spiegelbild in der Scheibe eines Schuhgeschäftes habe ich ihn mir sichtbar gemacht. Geht das immer so? Kann ich auch die Scheibe eines handlicheren, alten Bilderrahmens zum Sichtbarmachen verwenden oder muss ich fortan die große, schwere Scheibe eines Schuhgeschäftes mit mir herumtragen? Auch darauf fand ich noch keine zutreffende Antwort. Doch ich erfreue mich schon einmal am kleinen, eigenen Erfolg des Augenblicks.


Das alles geschah am Fuße der Frauenkirche. Etwas weiter davon entfernt, so etwa auf Höhe der Stufen zur Brühlschen Terasse begegnete mir schon wieder eine weiße Gestalt. Garantiert kein Engel, so dachte ich bei seinem Anblick. Doch vielleicht tragen Schutzengel in Ableitung ihres Einsatzgebietes speziellere Kleidungsstücke. Vielleicht bedient und beschützt dieser Bursche eine ganz andere Zielgruppe? Vielleicht.


Dieser Mann auf dem dritten Foto ist auf gar keinen Fall ein Engel, das sieht man sofort.


Nein, ich komme nicht zu dieser Meinung, weil ich das Rote Banner auf seiner Schulter sehe mit den Insignien der untergegangenen CCCP. Es fehlt ihm das wesentliche Merkmal des Engels, die weiße Weste, der weiße Rock oder ein weißes Nachthemd. Auch keine einzige weiße Feder konnte ich an ihm entdecken, kein Flügelansatz, nichts von alledem ist vorhanden. Das bedeutet für mich, das ist kein Engel. Dieser Mann steht schon seit 20 Jahren vor dem Karstadt Einkaufscenter in Dresden. Fast täglich und fast bei jedem Wetter verkündet er seine Botschaft und er verteilt Heftchen. Selbstverständlich ist es nicht der Wachturm den er an die angesprochenen und hastig vorbei eilenden Passenten verteilt, das widerspräche sich mit der roten Fahne auf der Schulter. Er verkündet das Gedankengut einer untergegangenen Weltrevolution und verteilt kleine Flyer dazu, darin auch die Gedanken von Marx und Engels. Engel_______s? In mir regt sich ein leiser Zweifel.....

Da fällt mir noch eine Geschichte ein. Der Mann mit der roten Fahne hat es bereits auf die Titelseite der Nummer 1 der britischen Politjournale geschafft, als Synonym des modernen Dresdens. Das soll der Dresdner Oberbürgermeisterin nicht gefallen haben. Zumindest glaube ich es, in einer Tageszeitung gelesen und deshalb so in meiner Erinnerung behalten zu haben. Mir scheint er auf dem besten Wege zu sein, einmal als Dresdner Original in die Zeiten einzugehen.

Dresdner Originale gibt es einige in Dresden. Wer bei Dresdner Originale an den Original Dresdner Weihnachtsstollen denkt, dem muss ich sagen, augenblicklich ist dieser nicht gemeint. Es geht um Leute, die hier tatsächlich gelebt und gewirkt haben sollen. Historische Figuren, mitten aus dem Leben gegriffen. So wie du und ich. Ein paar von ihnen kenne ich sogar. Da gibt es:

* die Vogel Marliese
* der alte Helmert
* die Gustel von Blasewitz
* die Eierhanne
* der Kinderschreck Peter Groll (unbedingt anklicken)
* der alte Husar
* Redenarr Hauschild
* Buchhändler Helmert
* Karl Gottfried Rehhahn, der “Bildermann der Vogelwiese”
* der Geiger Franz Timmler, genannt mei Sechser und
* der jodelnde Schornsteinfeger E. Pechmann.

Aber ich kenne sie nur dem Namen nach, leider. Doch wenn sie mir einmal auf der Straße begegnen oder als Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe auftauchen, dann seht ihr die Fotos von ihnen als Erste. Versprochen.

Kommentare:

Smilla hat gesagt…

Mein Schutzengel sitzt auf einer Schönwetterwolke und stûrzt bei Bedarf wie ein geölter Blitz zu mir!!! d.h. wenn er da ist, habe ich keine Zeit für die Schuhgeschäftsscheibe... aber wie ich sehe, hast du eine für die Menschheit wichtige Entdeckung gemacht!! Engel, die sich in der Schuhgeschäftsscheibe zeigen sind also diskret oder verdeckt im Einsatz!!!
... und beim Mann mit der Fahne habe ich zwar keine weisse Feder gesehen.... aber schau einmal den Bart an! Vielleicht sollte man das mit den federn nicht so eng sehen!!!
Wünsche dir und Ina einen fidelen Sonntag und sende liebe Grüsse hoch, oder hochrüber....
Brigitte

Anonym hat gesagt…

Schutzengel sieht man nicht - man spürt sie. Und das auch erst, wenn die (Lebens-)gefahr vorbei ist, sie uns also "geschützt" haben... Engeln hingegen kann man wirklich begegnen - nur sehen sie nicht so aus ;) Aber tolles Foto. Wie war's auf dem Semper-Opernball? Euch beiden noch einen schönen Rest-Sonntag
LG B.

malesawi hat gesagt…

Das ist so eine Sache mit den Engeln.
Den Trick mit der Fensterscheibe merke ich mir.;-)
Liebe Grüße!

dicke, alte Frau hat gesagt…

Vielen Kölner Originalen sind hier Denkmäler erbaut worden, sie existieren nach wie vor unter uns. :o)
Herzliche Grüße, die Christiane

zeder hat gesagt…

Einfach schön, deine Zeilen zu lesen und Dresdner Originale kennen zu lernen.
Ich bin mir sicher Schutz-Engel sind auch ausserhalb von Dresden tätig.
ich wünsche dir einen immer schärferen Blick für sie.
Spreewassergrüße an die Elbe,
Uwe-Jens

Egbert Büschel hat gesagt…

Am Mittwoch konnte ich ein erstes Foto zu den Dresdner Originalen anfertigen. Die Geschichte geht demnach noch etwas weiter.....