blog Titelgedanken

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... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

meine Mitleser im Gras-Geflüster.blog

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Mittwoch, 11. Juni 2014

das 3. Hoffest im Bauernhof Cosel 2014 - Tier und Natur -


Tier und Natur lautete das Motto für das Fest in diesem Jahr, zu dem die beiden Vereinsleiter Angela & Jens nach Cosel und auf ihren Bauernhof einluden. Sogar echte "Raubtiere" gab es zu sehen, neulich auf dem Hoffest, aber immer der Reihe nach.

ein Löwe ohne Käfig - Willkommen auf dem Bauernhof Cosel zu Tiere & Natur -


Das auf dem nächsten Foto ist unser Gärtnernachbar Martin und das unsere Kartoffeln in diesem Jahr so prächtig gedeihen, geht zu 100% "auf sein Konto". Vor einigen Wochen lud er uns dann zum 3. Hoffest beim Bauernhof Cosel e.V. ein. Wir beide sagten freudig zu und es sollte ein richtig schöner Nachmittag in Cosel werden.

Gärtnernachbar Martin bei der Pflanzen Börse


Pferde, Bienen, Wollschweine, Schafe, Gänse, Enten und sonstiges Rassegeflügel  bildeten die Hauptakteure des Festes. Das ich die Fische nicht genannt habe, liegt daran, dass sie ausschließlich geräuchert angeboten wurden. Besonders gut schmeckten uns die Karpfen-Chips. 

leckerer Fisch von der Teichwirtschaft Zeisholz


Das Kaffee und Kuchen dazu gehörten, ist wohl nicht so spannend. Das Wildschwein am Spieß hingegen bildete einen spannenden Höhepunkt für das Auge, für die Nase und für den Gaumen. Weil ich gerade beim Aufzählen der Tiere angelangt bin, Wildenten könnten in diese Reihung auch noch gut hineinpassen. Doch die Wildenten spielen jetzt nur eine Nebenrolle. Der Korbmacher aus Lipsa hält im nächsten Foto keine geflochtene Bodenvase in der Hand. Dieses Geflecht dient den Wildenten im Schilf eines Ufers als sicherer Brutplatz. Selbst Hühner, so erzählte er uns freudig, sind von diesem sicheren Eierlegeplatz überzeugt. Aber wir besitzen ja keinen eigenen Teich, nicht einmal einen klitzekleinen.....



Der ehemalige Pfarrer mit seiner Ehefrau scharrte viele kleine und große Leute um sich. Doch warum machte er das weshalb schauen (fast) alle in die Höhe?



Die Lösung besitzt lange, schlanke Beine und einen roten Mund......
Nein, ich meine selbstverständlich nicht Madame Rosa. Frau Uta Davids, Komödiantin aus Cosel, ist mit ihren Programmen und Führungen in der Landschaft, im Museum und auf der Bühne zu hause. Sie umrahmte mir ihrer eigenen Geschichte und der langbeinigen Handpuppe amüsant und kurzweilig die
  DIE STORCHWERDUNG DES DORFES COSEL.

Uta Davids alias Madame Rosa möchte in Cosel mit ihrem Storch Adebar "hoch hinauf"


Die vielen Teiche und feuchten Wiesen um Cosel herum bilden ein ideales Revier für Störche. Leider wohnt bisher noch kein einziger Adebar in dem 130 Seelen Dorf. Wenn es nach den beiden Betreibern des Bauernhofes geht, kann sich das alsbald ändern. Damit der nächste, vorbeifliegende Storch heimisch werden kann, wurde ihm von Jens der Rohbau eines schönen und soliden Hauses hergerichtet. Ganz der Tradition verbunden, montierte er in 6 Metern Höhe ein Wagenrad.


Jetzt können sie kommen, die Störche.....


....... und alle Zuschauer und Gäste freuten sich über das Gelingen des Nestbaus und des ganzen Festes.


Es gibt noch viele Fotos zu zeigen und weitere Geschichten vom Fest am letzten Maiwochenende zu erzählen, mal sehen ob es morgen weiter geht....



Leider kann ich euch kein Foto von den beiden Protagonisten des Bauernhofes Angela & Jens zeigen, da sie für mich zu keinem Zeitpunkt gemeinsam auf ein Bild zu bringen waren. So gibt es wenigstens noch einen 2013'er Blick auf das stetig wachsende Projekt aus luftiger Höhe.




Donnerstag, 6. Dezember 2012

Der Letschiner Weihnachtskalender 2012


Für den Nikolausstiefel am 6. Dezember kommt heute eine weitere Oderbruch Geschichte:

Nach unserem ausgiebigen, ersten Besuch in der Braunzeugtöpferei bei Manfred Dannegger (und der sich damit  automatisch einstellenden "leeren Reisekasse") standen noch zwei Besuche auf unserer Wunschliste. Den einen Ort kennen die meisten Mitleser unseres blogs schon aus dem Frühjahr. Der Name des kleinen Ortes lautet Altreetz und das Ziel hieß das Landwarenhaus von Christian Filter.
Auf dem Weg dahin sahen wir am Straßenrand diesen kleinen Aufmerksammacher stehen. Im Nu erwachte das Gernstl Reise- und Entdeckerfieber. Wir entschlossen uns, einen Zwischenstopp einzulegen und dem Geheimnis des Schildes mit der Aufschrift "Tag der offenen Tür, Letschiner Adventskalender, Tür 1" auf die Spur zu kommen.

Tag der offenen Tür, der Letschiner Adventskalender 2012, Tür 1, 1. Dezember 2012
Wir liefen vom Parkplatz vor dem alten Bauerngehöft nur ein paar Schritte und stießen dabei auf diese Informationstafel. Auf ihr konnten wir lesen, dass heute der Ingo Neumann in der Zeit von 9 bis 17 Uhr zum Besuch einlädt. Nun wollte wir alles darüber erfahren, was es auf sich hat mit dem Letschiner Adventskalender 2012.

der Letschiner Adventskalender lockte uns am 1. Tag nach Ortwig bei Letschin

Als wir so dastanden, winkte uns ein junger Mann in signalrotem Pullover zu sich auf's Grundstück, hierher, kommen sie zu mir hierher. Ehe wir uns richtig umblicken und orientieren konnten, befanden wir uns mitten im einem Fachvortrag über die Eisenbahn, deren Signaltechnik, alten Schienen und Waggons aus dem erzgebirgischen Bergbau und einem Wahnsinnshobby. Das ist das Leben eines jungen Mannes, der in seinem Garten sich einen Traum verwirklicht. Ingo Neumann baut sich eine Rundstrecke für eine alte Bergbaubahn. Die Gleise, Schwellen und Weichen holte er sich aus der Bergbauregion Erzgebirge selbst ab. Da sein Sinn nach einer Verbindung der Gleisanlage mit der Eisenbahnsignaltechnik steht, liegt es auf der Hand, dass Ingo beides miteinander verknüpft.


Ingo Neumann aus Ortwig vor seiner Haustür und Eingangstür zum Museum

Mit der Draisine auf der Basis einer alten Lore ging es gleich los. Dabei erläutert dieser Eisenbahnfan alle vorhandenen Signale und führt diese funktionfähigen Anlagen auch vor. Ein ganzer Teil davon stammt aus Berlin und manch eine aus Nieten bestehende Verstrebung erzählt Geschichte, die fast 100 Jahre alt sein könnte.



Symbiose aus Bergbaubahn und alter Berliner Eisenbahnsignaltechnik



Mit der Draisine in die Weihnachtszeit, Antennen- und Signalausstellung mit Erlebniskino und Fahrt in der Draisine, so stand es auf dem ersten Türchen des Letschiner Weihnachtskalenders. Im Haus des Ausstellers, das Wohnraum, Museum, Kinosaal und Bahnhofschaltzentrale alles in einem zu sein scheint, machte uns Herr Neumann ein persönliches Geschenk. Nach wenigen Handgriffen an einer selbst hergestellten Schalttafel fuhr vor unseren Augen der Expresszug nach Dresden um 15:39 Uhr ab.
Wie oft sahen wir in der damaligen Zeit ohne eigenes Auto auf solch eine Hinweistafel am Bahnsteig? Das kann keiner mehr sagen und trotzdem löste dieser Anblick ein wenig Wehmut aus.



noch ein einzigs Mal hieß es, freie Fahrt für den Express-Zug von Berlin-Schönefeld nach Dresden Hauptbahnhof,
zumindest auf der historischen Anzeigetafel im Erlebniskino Ortwig bei Ingo Neumann

Da die nächsten Besucher schon im Garten standen, verabschiedeten wir uns voneinander, ohne die Möglichkeit wahrgenommen zu haben, im kleinen Kinosaal (für 8 Personen) noch einen 10 minütigen Kurzfilm zu sehen.
In diesem Sinne unseres Erlebten öffnet in den 24 Tagen bis zum Weihnachtsabend jeden Tag eine andere Person in Letschin und Umgebung sein Türchen zum Haus, zum Hof, zum Geschäft, zum Hobby und verbreitet damit viel Freude. Wir zwei finden, mit diesem Weihnachtskalender hat sich Letschin etwas ganz Besonderes einfallen lassen.


Fazit: Gernstl wäre mit uns nicht unzufrieden gewesen.
;-)

Donnerstag, 24. Mai 2012

eine Nacht bei der Schäferin

Wenn wir wieder einmal an die Oder fahren wollen und wir vorab kein Zimmer bei den Landfrauen von Groß Neuendorf buchen können, dann braucht es dringend eine andere Lösung. Ich selbst fahre nicht so gerne ins Blaue los und suche mir am Reiseziel angekommen ein passendes Quartier.
Dieser gleich zu beschreibende Hof in Kienitz taucht immer wieder in der regionalen Werbung auf und bei der Autofahrt von Letschin kommend, passiert man ihn fast automatisch. Um den Umstand einer späten Quartiersuche vorzubeugen, hielten wir kurz im Erlenhof im Oderbruch an. Mit den ersten Blicken erwachte sofort die Phantasie und wer möchte nicht mit seiner Ehe-Schäferin in solch einem Schäferwagen einige Nächte verbringen?


Zugegeben, der Wagen ist nicht so groß. Doch wer mehr Platz für die Familie benötigt, nimmt sich zwei Wagen oder bucht die kleine Blockhütte im Garten. Für die kalte Jahreszeit gibt es sogar im Haus der Gastgeberin Frau Brunat eine warme Unterkunft, denn dann werden die Schäferwagen nicht mehr angeboten.


Was das Flair des Erlenhofes Kienitz noch ausmacht, ist die typische Oderbruchfauna und sind die Tiere auf diesem Hof.


Die Schafrasse trägt den Namen Skudde. Beim Herumstöbern im Internet fand ich viele nennenswerte Details zum Thema Skudde. Wer sich auch hierfür interessiert, wird diese über den Link finden. Wir lernten die Skudde am Dienstag in Dresden "persönlich" kennen bzw. wir ließen sie uns auf der Zunge zergehen.
Da hatte die eingefroren mitgebrachte Skuddenkeule in unserer Bratpfanne ihr großes Debüt. Schade das es kein Geruchs- und Geschmacksinternet gibt, dann würdet ihr meine Worte besser verstehen oder erschmecken können.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Grasgeflüster auf der Margeriten Elbwiese

Der 23. Mai 2012 brachte in der Nacht ein kräftiges Gewitter und am Morgen ein frisch gewaschenes Dresden. Die Sonne wollte dem nächtlichen Treiben nicht nachstehen und schickte ihre goldensten Strahlen zu uns nieder. Auf dem Thermometer las es sich am Tage so:

33 Grad! Wahnsinn....

Aus diesem hitzigen Grund trafen wir uns zu Inas Pause am Mittag auf einer zauberhaften Wiese nahe des Elbufers. Wie uns schien, ein noch nicht entdeckter Flecken Idylle. Diese Ruhe von großstädtischer Hektik und diese beruhigende Blumenpracht veranlassten uns beide dazu, viele weiße Sommerkleidfotos aufzunehmen und einen dicken Blumenstrauß aus weißen Margeriten zu pflücken. Doch Halt an dieser Stelle, da war doch noch etwas:


Noch sind einige "Gernstl" Abenteuer aus der Umgebung von Groß Neuendorf nicht beschrieben und so kehre ich zurück in die Zeit von vor 14 Tagen. Nach unserem Besuch beim Töpfer am Samstagvormittag besuchten wir abermals das Dorf. Bisher kannten wir es nur aus den unschöneren, dunklen Jahreszeiten und so machte das Entdecken doppelt so viel Spaß.

Eine solche Entdeckung ist Herr K. aus Groß Neuendorf gewesen. Auf dem Weg in den Ort hinein kommt jeder unweigerlich an seinem Platz des Schaffens vorbei. Selbst wenn er einmal nicht im Garten anzutreffen ist, erkennt man das Haus sofort. Woran? Seht euch das nächste Foto an:


Die Garagenwand ist mit einem Dutzend Hecht- und Welsköpfen dekoriert, die an dieser Stelle in der Sonne trocknen. Als Laie stand ich davor und staunte über die einzelnen Kopfgrößen. Bis....


... ja bis er eine ganz besondere Trophäe aus dem Haus holte. Die Größe dieses präparierten Hechtkopfes beeindruckte uns noch viel, viel mehr.


Die Mengen des selbst in der Oder geangelten Fisches kann er allein nicht verzehren. Der Gefrieschrank in seiner Wohnung ist mit Filets vom Hecht, vom Waller und vom Zander immer gut gefüllt. Auf Nachfrage ist für wenig Geld gefrorener Fisch der eigenen Arten- und Mengenwahl jederzeit zu haben. STOPP! Jederzeit ist falsch, wenn Formel 1 Rennen übertragen werden, dann auf keinen Fall.

PS: ... und morgen geht es an Land weiter.

Dienstag, 22. Mai 2012

Zollbrücke Nr. 16 liegt gleich hinter Altreetz Nr. 2

Ich muss mich beeilen, gleich sind 14 Tage um und aus dem Oderbruchwochenende warten noch einige Erlebnisse in der Fotokonserve auf ihre Veröffentlichung. Deshalb geht es heute wieder mal auf eine Straße, die wie in Groß Neuendorf am Ufer der Oder enden wird.

Der überaus kleine Ort Zollbrücke erklärte sich fast von alleine, liegt er doch direkt am Grenzfluß Oder und dieser trennt Deutschland von Polen. Doch nicht deshalb wuchs unsere Neugierde auf diesen Flecken Erde, sondern weil hier Bretter zu finden sind, die die Welt bedeuten.


Natürlich findet der Besucher auch mit dem Ziegenhof-Zollbrücke und dem Gasthof-Zollbrücke markante Punkte in der dörflichen Struktur, doch wir suchen andere Ufer....

Wanderer kommst du nach Zollbrücke, dann probiere unbedingt das EIS aus Ziegenmilch aus.


So idyllisch sieht das Ende der Welt in Zollbrücke aus. Vielleicht ist das auch einer der Beweggründe dafür gewesen, an diesem Ende der Welt ein Theater auf die Beine bzw. in die Wiese zu stellen. Einige aus dem TV bekannte Schauspieler wie Thomas Rühmann und Ursula Karusseit machten sich nicht vom Acker, sondern leben hier ihren Traum.

Theatereingang:

Zuschauerkulisse:

Platz für russische Märchen(?):

Kulissenfundus:

Auch wenn das Landvolk davon spricht, hier sei die Welt zu Ende, schön das wir es erleben durften und versprochen, wir kommen wieder. Spätestens dann, wenn wir beim Brenner Filter das notwendige Obst mit ernten, es vorbereiten, die Maische herstellen und aus Maische oder Most etwas Klares und Durchsichtiges mitbrennen werden. Spätestens dann.....


Tschüß Zollbrücke:




PS: Eine kleine Enttäuschung bleibt,
- während unser Hof Braunzeuger Dannegger auf der Dorfstraße ZWEI (2) lebt,
- während unser Hof Manufakteur Filter auf dem Dorfplatz ZWEI (2) steht,
- ist das Theater "nur" mit der 16 ausgestattet (Zollbrücke Nr. 16).
;-) wie schade.....

Samstag, 19. Mai 2012

wenn es brennt.......

Wenn es brennt, dann muss man sofort löschen. Diese alte Feuerwehrweisheit darzustellen, hieße Eulen nach Rom zu tragen. Wenn dagegen Einer brennt, dann geht man zuerst davon aus, das er sein Herz an eine neue Flamme verlor oder ein nichtheilbarer Fußballnarr dahinter steckt.

Wenn Christian Filter brennt, dann leuchten seine Augen und anschließend die Augen seiner Probanden. Proband hat vom Wortstamm her etwas mit probieren oder ausprobieren zu tun. Daraus leitet sich die Frage ab. Was gibt es wann und wo zu probieren? Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus der Betrachtung der folgenden beiden Fotos:



Nachdem das Landwarenhaus Altreetz seinen ersten Geburtstag erfolgreich hinter sich brachte, überlegte Christian Filter mit seiner Frau und einigen Freunden im Dezember des letzten Jahres, wie das Landwarenhaus ein noch stärkerer Magnet für die Eingeborenen, die Zugereisten, die Durchreisenden und das fahrende Volk werden könnte. Die Lösung ergab sich aus einer einleuchtenden Idee und plötzlich war Glanz in der Hütte, kupferner Glanz in Form eines kupfernen, edelstählernen, messinggüldenen Brandofens.



Bisher stand dieser Schnappsbrenner im Verborgenen. Im Verborgenen bedeutet nicht, dass damit schwarz gebrannt wurde. Die Anlage stand für die Kunden eher unsichtbar auf seinem Vierseithof. Mit dieser Destillieranlage brannte er bisher schon die feinsten Brände. Ab dem Pfingstwochenende geschieht das nun in aller Öffentlichkeit im Landwarenhaus Altreetz. Damit dies möglich wird, waren einige Arbeitsschritte zuvor notwendig. Mit Freunden legte er Streuobstwiesen an, Frauen aus dem Dorf sammeln das jeweils reife Obst auf und ein, schneiden es sofort klein und aus, damit nur die besten Fruchtstücke in die Maische gelangen.
Wie dann aus der Maische wohlschmeckende, sortenreine Brände entstehen, erleben die Besucher in Altreetz live am 26. Mai 2012.

Für dieses Fest wünschen wir Christian Filter und seiner Ehefrau Friedrike ein gutes Gelingen.


Wenn es euch wie mir geht und ihr diesen Termin nicht wahrnehmen könnt, dann sollte der Besuch im Landwarenhaus unbedingt für später notiert werden, so wie diese Links:

* Hofmosterei
* Hofbrennerei
* Schäferei
* Landwarenhaus
* Shop


Na denn, PROST:

Freitag, 18. Mai 2012

Hof, Hoflieferant, Hofmanufaktur, FILTER-HOF

In der sächsischen Landeshauptstadt zu leben, bedeutet für uns auf Schritt und tritt der Historie des Landes Sachsen und der jahrhundertlangen Historie des sächsischen Königshauses zu begegnen. Dazu zählen nicht nur die Spuren der edlen Damen und der edlen Herren, nein auch die der vielen fleißigen Hände, die den Prunk für die Herrschenden, für deren Hof erhielten und mehrten.
Als Erstes fällt mir bei der zweiten Gruppe sofort der Hoflieferant ein. Weil dieser eine besondere Qualität für seine Dienstleistung oder mit seinen Waren in der Lage war zu erbringen, erwuchsen daraus besondere Privilegien. Dieses Privileg stellte und stellt man nach außen gern mit dem Titel HOFLIEFERANT zur schau.

Auf unserer Oderbruchreise lernten wir wieder interessante Leute kennen und einer davon ist der Christian Filter, seines Zeichens Besitzer einer HOFMANUFAKTUR. Eins möchte ich gleich zu Beginn richtigstellen, er oder die Seinen hatten und haben nichts mit den königlichen Höfen zu tun. Seine gewählte Bezeichnung HOFMANUFAKTUR rührt von seinem Arbeitsort her, seinem 4 SeitenHOF.

Doch zunächst wieder zurück zu unsere Reise durch die vielen, zumeist kleinen Orte im Oderbrucher Umkreis von Groß Neuendorf. Am Samstag wollten wir ein wenig genüßlich den Nachmittag mit einem schönen Kaffee und verlockendem Kuchen verbringen. Leider fanden wir kein ansprechendes Cafè und einladende Lokalitäten sprangen uns ebenso wenig ins Auge.
Die Uhr schritt eilig voran und wir näherten uns zügig unserem für diesen Tag letzten Ziel, dem kleinen Ort Zollbrücke. In einer wohlgerundeten und weich verlaufenden Rechtskurve des Ortes Altreetz blinkte uns ein mit frischen Gelbtönen geschöntes Haus entgegen. Wie von allein verließ das Auto den Radius dieser Kurve und kam unmittelbar vor der weit geöffneten Eingangstür zum Stehen.


Der Versuch sollte es (vielleicht) wert sein, ergo anhalten, aussteigen, hinein gehen, nach Kaffee und Kuchen fragen.......


Doch halt, nach dem Öffnen der Autotüren empfing uns ein so intensiver "ländlicher" Geruch, dass ich sofort wieder einsteigen und weiterfahren wollte. Wie sollte unter dem Sonnenschirm sitzend der Kuchen munden und der Kaffee schmecken, wenn es so kräftig riecht?


Wie immer behielt Ina recht und nach dem Betreten der Räume des früheren Dorf-Konsums verflogen sofort meine "Weiterfahrgedanken". Das Foto gibt lediglich einen Eindruck von den geschmackvoll eingerichteten, variablen Bereichen des Reiches von Christian Filter wieder. Mit dem Blick auf die kulinarischen Details erschloß sich die Welt der Spezialiäten und des Genusses. Wie kann es anders sein, es blieb nicht bei dem Milchkaffee mit Kuchen, nein, in der Papiertragetasche landeten lauter schöne Sachen.....


.... echte Fenchelsalami vom eigenen Filter-Schaf ....


.... Birnensaft aus der Filter-Mosterei .....


.... Obst, aus dem ansonsten Moste entstehen ....


Neben der Fenchelsalami probierten wir noch eine Walnussrotweinsalami aus und von der dritten Salamivariante weiß ich den Namen nicht mehr. Alle Würste sind reine Lammfleischwürste mit einem einzigartig guten Geschmack. Ihr Futter finden die Tiere unter den Bäumen der Streuobstwiesen von Christian Filter. Wenn die wollenen Biorasenmäher wohlig ihre Aufgabe gelöst haben, erwartet sie ein zweites Leben im Räucherofen oder im Wurstglas.
Unsere kleinen, mitgebrachten Vorräte sind alle aufgebraucht und nun müssen wir eine Nachlieferung per Post vereinbaren. Wie es mit der Hofmanufaktur Filter weiter geht, erfahrt ihr im nächsten blog-Eintrag.

Dienstag, 15. Mai 2012

den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten

Manchmal möchte man ganz einfach nur den Mantel des Schweigens über etwas ausbreiten. Etwa in solch einem Sinne werden meine bzw. unsere Gedanken gewesen sein, als wir am Freitag nach Ankunft in Groß Neuendorf vom Baum der Erkenntnis eine Frucht pflückten. Weniger pflückten, nein das ist die falsche Aussage, an den Kopf geknallt bekamen, ja genau, geknallt, denn dieses Wort trifft die Situation viel eher.

(der Mantel des Schweigens liegt auch noch über diesem Berg mit Braunzeug, welches wir am Samstag wieder bei Manfred Dannegger einkauften, auch diesen Mantel lüfte ich noch)



Geht es euch auch so oder passiert es nur uns, immer wenn wir wegfahren wollen, gerät unser Zeitplan ins Wanken. Ina plante, gegen 16.00 Uhr zu hause einzutreffen. Dieser Termin verschob sich "etwas" nach hinten. Das stellte insofern kein Problem dar, weil wir uns für den sonnenüberfluteten Abend der Anreise alle Zeit dieser Welt nehmen konnten. Vor Berlin klingelte des Autotelefon mit seiner schönsten wohltönenden Wochenendferienmelodie und die Landfrauen fragten an, wo wir uns gerade befänden und wann wir ca. ankommen würden. Die Navigation vertrat die Meinung, dass dies so um 19:55 Uhr passieren könnte.
Wenige Kilometer nach Verlassen der Berliner Autobahn gab es nur noch uns Drei auf der meist kerzengeraden und langen Landstraße. Trotz Einhaltung aller gebotenen Geschwindigkeitsvorgaben verschob sich unsere Ankunft in Groß Neuendorf wesentlich nach vorn. Die Uhr zeigte noch nicht einmal halb 8 an, da bogen wir auf die Dorfstraße von Groß Neuendorf ein. Am Ende der Straße grüßte uns schon das beige, einstöckige Haus mit seinen blauen Fensterläden und der Hausnummer 2.


Alle Fenster schauten uns im Vorbeifahren unbeleuchtet und irgendwie traurig an. Wir entdeckten auch noch keinerlei Vorbereitung von einem der 25 Töpfer, die am Folgetag um 10:00 Uhr ihren gemeinsamen Markt eröffnen wollten. Egal, die werden schon wissen was sie tun, dachten wir uns. Schließlich ist das der fünfte Töpfermarkt des Braunzeugtöpfers Manfred Dannegger.


Im Landfrauencafe begrüßten uns die Landfrauen-Bedienung und die Landfrauen-Köchin ganz herzlich. Bevor sie uns die Zimmer zeigten, sollten wir noch rasch aus der Speisekarte auswählen, denn der Küchenschluß ist normalerweise halb acht. Doch was ist heute schon normal. Wir fuhren in Dresden bei 34 Grad los, nach Berlin folgten wir der immer wieder in den Nachrichten beschriebenen Unwetterfront und erreichten nach fast drei Stunden Fahrt unser Ziel bei nur noch 19 Grad. Das am Folgetag lediglich 10 Grad herrschen sollten, interessierte uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Mhm, die Spargelspezialitäten mundeten uns vorzüglich und währendessen entspann sich ein lustiges Gespräch. An einer Stelle der Unterhaltung mochte ich erfahren, ob das Landfrauencafé auch in den Töpfermarkt eingebunden sei. TÖPFERMARKT? Nö, der ist doch erst nächste Woche.............

Fortsetzung folgt!


guckst du hier.....


...... Wiederholung für die, die nicht hinschauen können, also nur für uns beide.