blog Titelgedanken

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... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

meine Mitleser im Gras-Geflüster.blog

Dienstag, 17. September 2013

ein verwunschener Flecken Erde


Schaut das nicht idyllisch aus? Das kleine, versteckte Tor aus Holz ist in diesem Jahr so schön zugewachsen und es unterstreicht mit dem vielen Grün den verwunschenen Charakter dieses schönen Flecken heimischer Erde. Hinter dem Tor wohnt und lebt unser Nachbar Martin mit seinem dreijährigen Sohn und dessen Uroma Dora.


An manchen Tagen kommt sein kleiner Sohn durch dieses Tor auf die Wiese gelaufen. Nach der Verkostung einiger dunkelblauer Heidelbeeren gleich vom Strauch nimmt er mich auch mal an die Hand und schon geht es über die Wiese und durch das Holztor zurück. Dann male ich ihm mit bunter Kreide eine kleine Geschichte auf die Betonsteine vor der Garage.
Einmal flog ein Kreide Passagierflugzeug am Kreide Himmel zwischen den Kreide Wolken und auf der Erde standen Indianerzelte und ein Häuptling aus bunter Kreide schaute nach oben. Da setzte sich der kleine Bub auf das gemalte Flugzeug und flog wie ein Kapitän mit seiner Maschine über das Meer hin zu den Indianern.
Mit dieser Erinnerung malte ich an einem anderen Tag wieder mit Kreide eine braune Holzbank an einem blauen Bach. Dazu gesellte sich eine gezeichnete Angel und schon saß er wieder da, bekam einen Stock in die Hand und nach wenigen Minuten solcher Anglerleidenschaft hing der erste Kreidefisch an seiner Angel. Heute bedauere ich, dass ich diese Episoden nicht fotografierte. Sonst halte ich fast alles im Bild fest. Naja, vielleicht bei nächster Gelegenheit.
Wenn ich das mache, wandern meine Gedanken einige Jahre voraus und zugleich viele Jahre zurück. Dann stelle ich mir vor, wie es in zwei oder drei Jahren mit Lotte sein könnte, wie wir gemeinsam malen oder ein Zelt bauen oder andere Dinge gestalten werden. Zurück gehen die Gedanken in das eigene Leben, was man selbst erlebte oder sich gewünscht hat.
So entstand auch mit unserem Nachbarn Martin die Idee von der Schatzkiste für seinen kleinen Sohn. Ist es nicht wunderbar, ein eigenes Schatzkästchen zu finden, auszugraben und zu besitzen? Wenn sich dieses nach und nach mit verschiedenen Schätzen zu füllen beginnt?



Die blaue Metalldose ist als Schatzkiste für das Nachbarskind schon gefunden und hat sich (wie im Foto zu sehen) bereits gut Teil gefüllt. Was sich darinnen alles schon findet? Knöpfe sind enthalten und kleine Holzfiguren von einem sehr alten "Mensch ärgere dich nicht" Spiel, Luftballons und eine große Glasmurmel, bunte Kugeln aus Ton und runde Münzen. Dazu gehört selbstverständlich auch eine kleine Lupe, damit die Schätze intensiv betrachtet werden können. Am alten rostigen Schlüssel hängt noch ein ebenso altes Schild und erzählt schon wieder eine neue Geschichte. Ebenso leidenschaftlich sammle ich für unsere Lotte, auch Charlotte soll eines Tages im Garten ihre Schatzkiste finden.


Kommentare:

balamgo hat gesagt…

Las cajas siempre contienen muchas sorpresas.
Abrazos.

Uschi M. hat gesagt…

Egbert, ich bin ganz gerührt und solche verwunschenen Flecken finde ich wunder- wunderschön!
Mein Großvater hatte früher ein Bienenhaus, das war von ganz vielen Obstbäumen und Holundersträuchern umgeben und ganz viele wilde Veilchen, herrlich duftend und tausende Schlüsselblumen wuchsen darunter, ja, das ist herrlich, ich schliesse die Augen und sehe alles wieder!!!

Egbert, solche Schatzkisten sind unbeschreiblich und weisst Du was?
Meine Schatzkisten sind alte Suppenterrinen, ja, ich bin, wie man hier so schön sagt, ein ALTRÄUCHER, so nennt man hier in der Gegend die Menschen, die ALTES lieben und sammeln....

Ich wünsche Dir einen schönen Abend
liebe Grüße

Uschi

Lebenszeit hat gesagt…

Wie schön, lieber Egbert. Gerade diese Erinnerungen sind es, die uns alle an unsere Kindheit erinnern lassen. Ich hatte zwar kein Schatzkästchen, aber einen Oma-Garten mit einer mit Rosen umrankten Laube und Stachelbeersträucher standen dort mit dicken Früchten.(Ich mag heute noch Stachelbeeren sehr sehr gerne) Denen Garten kann ich heute mit Ü50 noch riechen... als wäre es gestern gewesen. Wie schön, dass es heute noch solche Menschen gibt, die Kindern Erinnerungen schenken.
Herzliche Grüße
Rita

Cux-Nachtfalke hat gesagt…

Das sind sehr schöne Erinnerungen mit dem kleinen Jungen und den Kreidemalereien. Auch die Sammlung für Lotte wird bestimmt mal ein kostbarer Schatz der Erinnerungen.
Was kann es für Großeltern, und später für die Enkel, schöneres geben als schöne Erinnerungen?

Viele Grüße
Nachtfalke

Bea Adler hat gesagt…

Ich hatte auch so einen Kiste(hab sie irgendwo auf dem Dachboden immer noch).
Und was das nicht Fotografierthaben betrifft, das ist wie in der Schatzkiste bei dem Nachbarsjungen in der Erinnerung verborgen, er kann es bestimmt immer mal hervor holen, das ist toll!!