blog Titelgedanken

.
.
... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

meine Mitleser im Gras-Geflüster.blog

Samstag, 7. Dezember 2013

im 7. Fenster singen wir das Heilingobndlied


Der 579. Dresdner Striezelmarkt liegt in unmittelbarer Nähe des feinen Weihnachtsmarktes, den ich euch gestern im Fenster 6 beschrieb.
Man kann schon sagen in Sichtweite, denn den "Advent auf dem Neumarkt" findet der Dresden Besucher am Fuße der Frauenkirche
und die Spitze der Frauenkirche seht ihr im Bildmittelpunkt.

die Erzgebirgsfigur singt auf dem Schwibbogen des Striezelmarktes (scheinbar) das Heilingobndlied 

Mancher fragt sich, wieso heute das Heilingobndlied gesungen wird? Das hängt mit einem Foto von gestern zusammen. Diese junge Frau habe ich bestimmt schon jedes Jahr im Bild festgehalten. Heute zeige ich diese Verkäuferin ein weiters Mal, weil sie das wahrscheinlich bekannteste Weihnachtsgebäck präsentiert, den Stollen. Die hinter dem Foto-Stollen stehende Dresdner Bäckerei Gradel ist national und international so hoch prämiert, vergleichbar mit dem Olympiasieg im Leistungssport. 
In einem erzgebirgischen Weihnachtslied wird ganz kurz und doch so prägnant der Stollen beschrieben, wie ich ihn aus der Zeit kenne, als die Oma die Zutaten für den eigenen Stollen in der Bäckerei zum Backen brachte. In diesem Lied heißt es ins Hochdeutsche übertragen: "Wir haben sechzehn Butterstollen, so lang wie eine Ofenbank und wenn wir die aufgegessen haben, dann sind wir alle krank......."
Also krank werden soll davon keiner, doch wer möchte, kann am 2. Advent bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Stollen über die Geschichte des Stollens HIER nachlesen.



Das Heilingobndlied (ca. 1830)

1. Heit is dr heil’ge Ohmd ihr Leit,
   kummt rei wir gießn Blei.

Refrain:
Trara Tralala Trara Tralala
Lob, laf ner fix zer Hanne-Ließ,
die muss bei zeitn rei.

2. Mir hobn ah sachzn Butterstolln,
   su lang wie de Ufnbank,
   unn wenn mr die zamm gassn hom,
   dann sei mr olle krank.

Refrain:
Trara Tralala Trara Tralala
Lob, laf ner fix zer Hanne-Ließ,
die muss bei zeitn rei.



Für alle Striezelmarktbesucher und Freunde der anderen Dresdner Weihnachtsmärkte schreibe ich noch eine kleine Ergänzung. Wir begehen in Dresden am 2. Adventwochenende zum 20. Mal das Stollenfest. Für dieses Fest backen sehr viele Bäcker aus Dresden gemeinsam einen Riesenstollen. Dieses Riesenbackwerk zieht ein Pferdegespann durch die Innenstadt. Auf dem Striezelmarkt schneidet das Stollenmädchen den Stollen an. Anschließend kaufen die Gäste in Windeseile die handlichen Stücke ein. Bin gespannt in welch kurzer Zeit er in diesem Jahr abverkauft sein wird. Für den diesjährigen Rekordstollen verbrauchten die Bäcker unter anderen:

* mehr als eine Tonne Mehl,
* 563 Kilogramm Butter,
* 337 Kilogramm Zucker,
* 172 Kilogramm Zitronat und Orangeat,
* 120 Liter Rum,
* Unmengen an Sultaninen.

Was ist daraus entstanden?
Ein Stollen von 4,34 Meter Länge, 1,76 Meter Breite und
einer Höhe von 96 Zentimetern.



Kommentare:

Smilla hat gesagt…

Wie ein weltbester Stollen schmeckt, kann ich mir vage vorstellen..... Sicher lecker.... Habe auch ganz viel Butter im Frigo, werde jedoch gerade von einer Grippe in meiner adventlichen Bäckerei gehemmt. Stollen steht eigentlich jedes Jahr auf dem Programm.... wir haben ja erst den 7. ;-)
Herzliche Grüsse aus der nicht gerade weihnächtlichen Küche im Herzen von Franzen
Brigitte

Lemmie hat gesagt…

Ein Stollen so lang wie die Ofenbank ...
Lieben Gruß
Lemmie

Birgit hat gesagt…

Hmmm... Auch bei uns gibt es wieder Dresdner Stollen, allerdings nicht su lang wie ne Ufenbank... Ich weiß gar nicht mehr wie wir früher so viel Stollen essen konnten. Es hängt sicher damit zusammen, dass es wohl nicht so viel Süßes gab wie heute (?)
Liebe Grüße
Birgit

Bente hat gesagt…

Butterstollen - ich glaube keine Frau kann davon so viel wie ich verdrücken ...

Liebe Grüße - Monika mit Bente

Christa J. hat gesagt…

Dein Streifzug über den Strietzelmarkt hat mir wieder sehr gut gefallen und mit Interesse habe ich den Liedtext gelesen.
Ich finde es toll, dass du jedes Jahr immer wieder die nette Verkäuferin fotografierst und bestimmt schickst du ihr auch ein Foto oder?

Wow, was für ein riesengroßer Stollen. Wirst du wieder dabei sein, wenn er durch die Straßen gefahren wird? Hoffentlich, denn davon würde ich gerne mal ein Foto sehen. :-)

Liebe Abendgrüße schickt dir
Christa

Irmtraud Kesselring hat gesagt…

Lieber Egbert,
danke für die wunderschöne Geschichte über den Stollen. Den
Strietzelmarkt habe ich vor vielen Jahren auch besucht und sogar ein Stück von dem Riesenstollen erstanden.
Die Verkäuferin ist wirklich ein Lichtblick. Man muss sie fotografieren.
Einen schönen 2. Adventabend wünscht dir
Irmi

Lemmie hat gesagt…

Lieber Egbert, ich hoffe, dass es Dir gut geht und der Beitrag zum 8. Dezember noch kommen wird.
Einen schönen 2. Advent wünsche ich Dir
Lemmie