blog Titelgedanken

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... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

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Donnerstag, 11. September 2014

für 500g Honig dreimal um die Erde fliegen


Solche Zahlenangaben überraschen mich immer wieder neu. Für ein Glas Honig fliegen die Bienen eines Volkes sage und schreibe eine Strecke,
die dreimal dem Umfang der Erde entspricht.

Unsere Strecke, die wir am Wochenende hin zu den Bienen zurück legten, ist wesentlich kürzer gewesen. An jedem ersten Wochenende im September lädt das Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf (bei Berlin) zum Tag der offenen Tür ein. Genau dahin reisten wir mit einem Teil des Imkervereins.

in das alte Schützenhaus Hohen-Neuendorf  a.d. Nordbahn zog 1952 das Bieneninstitut ein

Auch wenn sofort hinter dem Eingang zum Bieneninstitut diese scheinbar vorsintfluchtlichen Bienenkörbe zuerst auffallen, geht es hinter den Mauern unheimlich modern und sehr wissenschaftlich zu.

Korbimkerei im Lüneburger Stülper


Der Institutsdirektor begrüßt unsere Gruppe persönlich und berichtet über die aktuellen Forschungsprojekte.



Wie es sich für einen Institutsdirektor gehört, besitzt er Titel und einen traumhaften Familiennamen:
Prof. Dr. Kaspar Bienefeld



Die Besamung der Weiseln findet im Institut aus Gründen des Zuchterfolgs unter  CO2 Betäubung und mit Hilfe eines Mikroskops statt. Den Begattungsflug lernen diese Bienenköniginnen nie kennen. Bei der künstlichen Besamung erhält jede Bienenkönigin wie bei einem Begattungsflug soviel Samen, dass sie ein Bienenköniginnenlebenlang Tag für Tag befruchtete Eier, die sogenannten Stifte, auf den Wabenboden geben kann.

künstliche Befruchtung (im Foto) und Gefrierkonservierung von Drohnensperma


Mit dem Duftkarussell untersuchen die Wissenschaftler mittels einer Duftdressur von Bienen die Möglichkeit,
Stresszustände im Bienenvolk feststellen und Ableitungen treffen zu können.



Eine diesjährige Bienenkönigin mit der 17 sahen wir in einem Schaukasten. Mit diesem Foto möchte ich auf ein weiteres Forschungsthema des Instituts zu sprechen kommen. Auf dem Monitor im Bienenhaus für die Varroaresistenzzüchtung sahen wir mittels einer Live Kamera einen tollen Zuchterfolg, der die Imkerherzen höher schlagen und ganz besonders hoffen lässt. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, Bienen zu züchten, die bereits über eine Varroa Resistenz verfügen. Damit gelingt es, dem Schaden eines der größten Parasiten der Honigbiene wirksam zu begegnen. Im Moment sind die Wissenschaftler um Prof. Bienefeld dabei, diese Bienen noch etwas sanftmütiger zu machen.



Nicht immer ist das drin, was darauf steht. Damit dies besser wird, können heute die Imker schneller und preiswerter ihren Honig in Hohen Neuendorf analysieren lassen. Der Verbraucher verlässt sich letztendlich darauf, dass auch tatsächlich Linde im Honig ist und nicht nur Rot- oder Weißklee, wenn Linde auf dem Etikett steht. Wir selbst bezeichnen unseren eigenen Honig mit Frühjahrstracht oder Sommertracht. Aber dieser Honig gelangt hauptsächlich auf die Küchentische der einzelnen Familien unserer "Sippe" und nicht in den allgemeinen Verkauf.

Honiguntersuchung mittels Pollenanalyse oder Infrarotspektroskopie


So, und nun könnt ihr euch vielleicht auch denken, weshalb eine Handtasche und ein Kosmetikkoffer dieses Mal im Headerfoto zu sehen sind.
Diese beiden Utensilien gehörten auch zu unserem Imkerausflug nach Postdam und Berlin.
Kurzreisen......



Kommentare:

Elli Pirelli hat gesagt…

Das war sicher alles sehr interessant. Diese "vorsintflutlichen Bienenkörbe" kann man heute noch genau so bei Wanderungen durch die Lüneburger Heide sehen.
Liebe Grüße
Birgit

Egbert Büschel hat gesagt…

Ja genau, Birgit, heute noch sammeln die Bienen von August bis September im blühenden Heidekraut Pollen und Nektar. Daraus entsteht ein schmackhafte Heidehonig.

Mhm.
:)

herzlichst,
egbert

Cux-Nachtfalke hat gesagt…

Egbert das war ein sehr interessanter und gleichzeitig auch spannender Bericht, der noch von guten Fotos untermalt wurde. Den Tag der offenen Tür hätte ich mir auch nicht entgehen lassen.

Viele Grüße
Nachtfalke

geistige_Schritte hat gesagt…

Was für intressantes du da mit gebracht hast so lernt man vieles kennen was die Forschung soo betreibt.. toller Kurzurlaub!
Schönes Wochenende wünsche ich dir und Ina!
Lieben Gruss Elke

moni hat gesagt…

Lieber Egbert,
was für ein interessanter Artikel und Klasse Fotos dazu. Lustig, wie manche Menschen vom Namen zum Beruf kommen, gell! ;-)
Liebe Grüße
moni

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http://www.reflexionblog.de

ChrisTa hat gesagt…

Wahnsinn, was es alles gibt. Die Fotos sind wieder richtig toll geworden.
Wünsch Dir ein schönes Wochenende
LG ChrisTa

Anette Ulbricht hat gesagt…

Was für ein super interessanter Beitrag, lieber Egbert.
Ich habe ja früher auch geimkert. Damals besuchten wir mit unserem Verein das Bieneninstitut in Celle.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Anette

Natalija K. hat gesagt…

Respekt und noch mal Respekt, danke Beinchen!!! Sehr interessant und wissenswert.

Christa J. hat gesagt…

Super, dass ihr diesen Tag der offenen Tür genutzt habt, um euch die Vorträge etc. dort anzuhören.
Mir hat es Spaß gemacht, hier bebildert nun alles lesen zu können.
Ich werde meinem Imker, bei dem ich immer Honig hole, davon mal berichten.

Liebe Grüße
Christa

Michael Höhne hat gesagt…

Und ich freue mich schon auf ein gutes Gläschen goldenes Süß aus Deiner Produktion. Es soll auch gut entlohnt werden. Wer soviel reist, braucht das Geld. ;o)

Egbert Büschel hat gesagt…

Die vielen Flieger und ihre Königinnen bedanken sich für die freundliche Aufmerksamkeit.

die Drohne

:)))