blog Titelgedanken

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... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

meine Mitleser im Gras-Geflüster.blog

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Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachten, 12 + 12 = 24, diese Rechnung geht auf



Blatt 12 aus dem 2012'er Geschenkpapierkalender von Silke Leffler, Grätz Verlag


24.12.12 Weihnachtsrechnung mit optimistischem Ausblick

Gleich ob das Christkindel kommt oder der Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht oder der St. Nikolaus, die Weihnachtsrechnung 24 = 12 + 12 geht in diesem Jahr richtig gut auf. Für das nächste Mal müssen wir nur schlappe 100 Jahre warten.
Wenn in dieser Gleichung zwischen Geschenkewünschen und den enthaltenen Inhalten der bunt verpackten und gut verschleiften Pakete unterm Weihnachtsbaum dennoch eine Differenz auftritt, biete ich demjenigen sofort einen optimistischen Ausblick an.
Es besteht noch immer die Möglichkeit, ab dem 27. Dezember die Konsumtempel abermals zu erstürmen und vortrefflich ausgesuchte Unterhosen mit farblich passenden Socken gegen einen Flachbildschirm zu tauschen. Was für eine verrückte Welt.




der Dresdner Weihnachtsmann fährt nach Zittau

Nun, mit diesen Gedanken soll es genug für heute gewesen sein und damit schließe ich auch meinen Adventskalender 2012. Ich wünsche allen Besuchern unseres blogs, allen Reinschauern, Mitschreibern, Nachfragern,  Blogblätterern, ja ich wünsche allen Freunden, Verwandten und Bekannten einen besinnlichen Heiligabend oder einen vergnüglichen Weihnachtsabend.

In meinen 24 Fenstern und Türchen des diesjährigen Weihnachtskalenders versteckte ich für euch die eine oder die andere Geschichte und Information über das Erzgebirge, meiner Heimat. Mit einem Gruß zum Hören möchte ich euch noch einmal für die Volkskunst dieser Region begeistern:



Kipsdorfer Weihnachtspyramide, Foto Januar 2011


Knecht Rupprecht (Theodor Storm)

Von drauß vom Walde komm' ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor,
und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an, das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens ruhn;
und morgen flieg' ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!"
ich sprach: "O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat." -
"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern." -
"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß vom Walde komm' ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find'!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

Sonntag, 23. Dezember 2012

das 23. Fenster: Weihnachtsfensterspruch



Das Schönste am Schenken ist das Leuchten in den Augen der Beschenkten (aus dem Russischen) und für den leuchtenden Schein in den Augen zünde ich einige Lichter an, deshalb: Advent, Advent ein Lichtlein brennt.......

erst eins,

dann  zwei,

dann drei,

dann vier,


dann steht das Christkind vor der Tür. -----  Einmal werden wir noch wach, heissa dann ist Weihnachtstag.




Weihnachtslied
1
Morgen, Kinder, wird’s was geben,morgen werden wir uns freun;
welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heissa, dann ist Weihnachtstag!
2
Wie wird dann die Stube glänzenvon der großen Lichterzahl,
schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal!
Wißt ihr noch vom vorgen Jahr,
wie’s am Weihnachtsabend war?
3
Wißt ihr noch mein Reiterpferdchen,Malchens nette Schäferin?
Jettchens Küche mit dem Herdchen
und dem blank geputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
mit der gelben Violin?
4
Wißt ihr noch den großen Wagenund die schöne Jagd von Blei?
Unsre Kleiderchen zum Tragen
und die viele Näscherei?
Meinen fleißgen Sägemann
mit der Kugel untendran?
5
Welch ein schöner Tag ist morgen,viele Freuden hoffen wir!
Unsre lieben Eltern sorgenlange, lange schon dafür.
O gewiß, wer sie nicht ehrt,
ist der ganzen Lust nicht wert!

Samstag, 22. Dezember 2012

im Fenster 22 gibt es Überraschungen

So kurz vor dem Weihnachtsabend gehen mir die Motive für die 24 Türchen nicht aus, nein - das ganze Gegenteil trifft zu. Von mir aus könnte der Weihnachtskalender noch eine ganze Weile so weitergehen. Nur, wer hat schon so viel Geduld und wartet so lange auf seine Geschenke, bis mir die Weihnachtsmotive ausgehen.
Mit dem Fenster 22 rücken wir näher an den Stern von Bethlehem heran. Vielleicht will mich das Motiv darauf hinweisen. Vielleicht.



Auch diese Weihnachtsbaumkugel hätte ein schönes 22. Türchen ergeben......



... oder dieser Weihnachtskranz. Dieser ist ein besonders schönes Exemplar und wie jeder sehen kann, dient er auch einem ganz besonderen Zweck. Für die Erfüllung dieses Zwecks sollte der Kranz auf dem Balkon oder an einem Baum hängen. Denn dann haben die gefiederten Freunde einen besonders schönen Zugang zu dieser weihnachtlichen oder winterlichen Futterquelle.

Freitag, 21. Dezember 2012

Elsaß Weihnacht im Fenster 21

Noch ein altes, deutsches Weihnachtslied im neuen Fenster. Es stammt leider nicht aus dem Elsaß, was sich logischerweise zum Foto gut einfügen würde. Doch ich fand im Internet keins. Nur der Buchtitel von Karlheinz Grube "Weihnachtslieder aus dem Elsaß Noels d` Alsace "7" lief mir über den Weg. Vielleicht kann mir einer meiner blog-Besucher aus der Not helfen:

Weihnacht in Straßbourg




Wenn Weihnachten ist

Wenn Weihnachten ist, wenn Weihnachten ist,
da kommt zu uns der heilige Christ.
er schenkt uns eine Muh,
er schenkt uns eine Mäh,
er schenkt uns eine Tschingtäterätätä,
eine Rute, eine Tute,
ja da kriegen wir
die allerschönste Tschingtäterätätä.

Wenn der Weihnachtsbaum uns lacht,
wenn die Glocke bim-bam macht
kommt auf leisen Sohlen,
Ruprecht an verstohlen,
zieht mit vollen Säcken ein,
bringt uns Bäcker-Leckerein.
Und packt unter Lachen,
aus die schönsten Sachen.
Und außer Kuchenzeug,
bringt noch der Gute Euch:
Eine Muh, eine Mäh,
eine Täterätätä
eine Tute, eine Rute,
eine Hopp-hopp-hopp-hopp,
eine Diedeldadeldum,
eine Wau-wau-wau,
eine Pfefferkuchenfrau.

Wenn der Schnee zu Berg sich türmt,
wenn es draußen friert und stürmt,
um die Weihnachtslichter
fröhliche Gesichter,
alle Stuben blitzeblank,
denn es kommt mit Poltergang,
durch die Luft, die kalte,
Ruprecht an, der alte.
Und, außer Kuchenzeug,
bringt noch der Gute Euch:
Eine Muh, eine Mäh ....

Donnerstag, 20. Dezember 2012

das Fenster 20

Hinter meinem heutigen 20. Türchen des persönlichen Weihnachtskalenders verbirgt sich als Überraschung eine sehr altes Weihnachtslied. In fünf Tagen sitzen wir alle im Haus von Ina's Eltern um den Tannenbaum herum, 4 Generationen und wir werden Weihnachtslieder singen. Damit ich textsicherer bin, steht als Erinnerung das Weihnachtlied vom Tannenbaum hinter dem zu öffnenden Türchen. Es ist noch Platz für 4 weitere Lieder bis Heilig Abend.....

Weihnachtsfenster im Kloster Maulbronn

O Tannenbaum... Ernst Anschütz (1780-1861)
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie treu sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
nein, auch im Winter, wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie treu sind deine Blätter!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen.
Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit
ein Baum von Dir mich hoch erfreut!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.
(Musik: Volksweise)

Mittwoch, 19. Dezember 2012

im Fenster 19 wird engelisch gesungen


... ich höre ihr engelhaftes Ave Maria.




Ave Maria, gratia plena,
Dominus tecum.
Benedicta tu in mulieribus,
et benedictus fructus ventris tui, Iesus.

Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus
nunc et in hora mortis nostrae.

Dienstag, 18. Dezember 2012

im 18. Fenster duftet es nach Bratapfel

Bratapfelgedicht




Die Füllung für 4 Bratäpfel:

40g Marzipan oder Marzipanrohmasse
1 - 2 Teelöffel Zimt
50g geriebene Nüsse oder süße Mandeln
40g Rosinen oder Preiselbeeren
1 Esslöffel Zitronensaft
Butterflocken


* jetzt alles gut miteinander vermischen, dann
* die Füllung in die leeren Kernhäuser der 4 Äpfel füllen,
* anschließend werden die Äpfel für ca. 30 - 40 Minuten bei 180°C gebacken.

Wir geben jeden Apfel in ein eigenes Keramikschälchen, füllen auf den Boden der Schale noch einige Butterflocken, die sich später im Ofen mit dem austretenden Saft karamelisierend verbinden.

In anderen Familien bereitet man w
ährend der Backzeit eine Vanillesosse zu. Vor dem Servieren der Bratäpfel übergießt man die Bratäfpel mit der Vanilliesoße.
... und wie bereitet ihr eure Bratäpfel zu?

Montag, 17. Dezember 2012

das 17. Fenster, am Weihnachtsbaume die Lichter brennen

Nicht nur am Weihnachtsbaum brennen die Lichter aus Wachs, auch am Fuße der Pyramiden brennen sie, in den beiden Händen bei den geschnitzten Engeln und Bergmännen strahlen sie in den Raum und auch von Decke erreicht uns das warmgelbe Licht der Kerzen.




Die erzgebirgische Leuchterspinne ist es, die den Kerzenschein von der Decke herab zu uns schickt. Ebenso wie die geschnitzten Figuren in den Krippenspielen oder die gedrechselten Nußknacker gehören die Leuchterspinnen zur Volkskunst der erzgebirgischen Region.
Ursprünglich an den langen Abenden hergestellt, dienten sie den armen Menschen zur Verschönerung ihres Heims in der Weihnachtszeit und als zusätzliche Wärmequelle. Dafür nutzten sie den Rohstoff Holz, den es reichlich im bewaldeten Mittelgebirge gab. Aus Holzperlen und Holzkugeln und Holzlinsen schufen die Familien unterschiedlichste Leuchterformen. Später entstanden aus den Leuchterspinnen sogar Leuchterspinnen mit Pyramiden Flügeln am Kopf, die ebenfalls von der Decke herab hingen. Einige Modell aus dem Fundes des Volkskundemuseums in Dresden zeige ich euch auf den folgenden Fotos:




Sonntag, 16. Dezember 2012

Fenster 16 am 3. Advent

Dieses sonnige Wetter vom Foto hätte ich mir für den 3. Advent gewünscht, zumal es noch vor einer Woche soooo schön gewesen ist. Doch es regnet, der Restschnee wandelte sich in Eis (ohne Geschmack natürlich) dafür mit hohem Gleitfaktor. Am Samstag hätte im Zentrum von Dresden niemand diesen Gleitfaktor genußvoll im Fluge erleben können. Es sind solche Menschenmassen unterwegs gewesen, das selbst Omas und Opas ihre Gehhilfen haben daheim lassen können. Umfallen wäre eh nicht möglich gewesen. Da ich anbot, unseren Sohn in die Stadt auf den Weihnachtsmarkt zu fahren, blieb mir dieses Erlebnis ungebremster Konsumwut nicht erspart. Zum dritten Advent meiden wir die Innenstadt von Dresden komplett. Weihnachtsstimmung sieht für mich anders aus, deshalb.


Dresdens Frauenkirche im Puderzucker Look der Vorweihnachtszeit, Sternenzeit

Samstag, 15. Dezember 2012

15. Tür, noch 9 Tage - Glück Auf

Glück Auf, Glück Auf, der Steiger kommt und er hat sein helles Licht bei der Nacht, schon angezündt.....



der große Bergaufzug aus geschnitzten Bergleuten,
zu sehen im Volkskundemuseum Dresden

Viele Symbole und Bräuche der Weihnachtszeit sind ganz eng mit den bergmännischen Traditionen verbunden. Während ab 1870 Nussknacker zur Verhöhnung der Obrigkeit als Könige, Jäger und Gendarmen dargestellt wurden, sind die positiven Gestalten immer als liebenswerte Räuchermänner in die Geschichte der erzgebirgischen Schnitzerei eingegangen.
Der erzgebirgische Schwibbogen fand in den vergangenen 50 Jahren seine Verbreitung über ganz Deutschland. Zunächst fand er über den erzgebirgischen Ort Johanngeorgenstadt seine Begründung. In den ersten Darstellungen unter dem Rundbogen mit den darauf befestigten Kerzen sind Bergleute, Engel und der Sündenfall mit Adam und Eva zu sehen. Später bürgerte sich folgende Aufteilung ein, im Zentrum das sächsische Wappen und das Wappen der Bergleute, darum zwei Bergmänner, flankiert von einem Holzschnitzer und einer Klöppelfrau, über dem Schnitzer schwebt der Engel und über der Klöppelfrau hängt eine Advents-Spinne.
Über die Herkunft bzw. über die Ableitung des Schwibbogens gibt es unterschiedliche Meinungen. Die eine Meinung beruht darauf, dass der Himmelsbogen nachempfunden wurde. Eine andere Meinung besagt, dass der Schwibbogen eine Nachbildung des Mundloches zum Stollen darstellt, durch das die Bergleute in den Berg einfuhren. Eine weitere Meinung geht davon aus, dass für die Beerdigung von Bergleuten über das Grab als Schutz vor schlechtem Wetter ein solcher Bogen aus Reißig errichtet und mit Lichtern geschmückt wurde.
Zu den weiteren Schmuckstücken des Weihnachtsfestes gehört das erzgebirgische Lichterhaus, die Pyramide, der Nussknacker, der Räuchermann, der Weihnachtsberg, der Heimatberg, der Weihnachtsengel, Spanbäume, die Spieldose, die erzgebirgische Leuchterspinne, die erzgebirgische Weihnachtslaterne, Tiere von den Reifendrehern, geklöppelte Spitze und posamentier Arbeiten.

erzgebirgische Geduldsflasche und ein kleiner erzgebirgischer Buckelbergwerk

Detailansicht eines Buckelbergwerks

Freitag, 14. Dezember 2012

mit dem Weihnachtsengel in die Engelweihnacht im 14. Fenster


Der Engel aus Ton trifft hoffentlich auch ein wenig euren Ton. Er lächelte uns auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt entgegen. Ist es nun ein Heiligenschein oder ziert das Engelshaupt eine Krone aus Schneeflocken? Engelweihnacht........

zugeflogen auf dem Mittelalterweihnachtsmarkt von Dresden
am Stand einer slowakischen Künstlerin

Donnerstag, 13. Dezember 2012

im 13. Fenster schlägt es heute nicht 13

In Dresden trifft sich zur Weihnachtszeit besonders gern die Welt und dann hört man vielstimmig den Namen des Weihnachtsbaumes ausgesprochen. Zum 587. Mal spazieren in diesem Jahr Menschen über den Striezelmarkt, wie der richtige Name für den (wahrscheinlich) ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands lautet. Der Dresdner Bezeichnung für Stollen "Striezel" ist zugleich der Namensgeber für den Weihnachtsmarkt.

Weihnachtsbaum
Tannenbaum
Christbaum
Weihnachtstanne
Lichterbaum

Natal
christmas tree

クリスマスツリー
kerstboom 
árbol de navidadárvore de Natal
рождественская елка
شجرة عيد الميلاد
 julet repohon
 கிறிஸ்துமஸ மரம்
choinka
albero di Natale
Foto von einem der weiteren 10 Weihnachtsmärkte in Dresden, er steht auf der Prager Straße
Während heutzutage die Nordmanntanne zu den beliebtesten Nadelbäumen für den Einsatz als Weihnachtsbaum zählt, existieren in Deutschland noch ein paar nicht ganz so berühmte Várianten zum Aufstellen des Christbaums. Den meisten Leuten ist der klassische Weihnachtsbaumhalter bekannt. Am Fuße etwas angespitzt, steckt man den Fuß des Baums hinein. Dabei unterscheidet man noch zwischen den trockenen Füßen und den Baumhalter mit Wasserreservoir. Ein stets wachsender Teil der Freunde des weihnachtlich geschmückten Baums wählen für sich einen Nadelbaum mit Ballen aus. Nach der Weihnachtszeit sollen diese Bäume ausgewildert werden.
In Franken existiert noch ein ganz anderer Brauch, der der hängenden Weihnachtsbäume. Diese Nadelbäume hingen von der Decke herab. Es gibt auch den Brauch, sich gar keinen Nadelbaum in die Wohnung zu stellen. Man band einen einfachen Zweig in der Sitzecke fest und dieser reicht bis in die Mitte des Zimmers (Küche) hinein. Das blühende Pendant findet sich im Fränkischen Raum auch an. Viele Wochen meist Monate vorher, steckte man lange und kräftige Kirschzweige in einen Topf mit Wasser. Zu Weihnachten überraschte der Baum alle mit einer einzigartigen Blütenprach. Das alles überrascht schon, oder?

Mittwoch, 12. Dezember 2012

auf der Hälfte des Weges, Fenster Nr. 12

Auf der Hälfte des Weges zur 24 kommt nach dem historischen Lauschaer Glas von gestern die erzgebirgische Holzkunst von heute.


Dienstag, 11. Dezember 2012

viel buntes Glas hinter der 11. Tür


2012 ist für uns zwei ein recht buntes Jahr gewesen und so passt dieses museale Sammelsurium jahrzehnte alten Weihnachtsbaumschmuckes sehr gut zu diesem 11. Dezember. Der 11. Dezember ist im Schaltjahr der 346 Tag des Jahres. Nun verbleiben noch ganze 20 Tage bis zum Jahreswechsel. Was hatte man sich nur alles beim Jahreswechsel von 2011 auf 2012 vorgenommen? Was davon konnte erreicht oder umgesetzt werden? Egal wie die Statistik ausfällt, schließlich besteht die Möglichkeit in 20 Tagen wieder von vorn zu beginnen.
Doch zuvor wachsen am 24. Dezember in vielen Wohnzimmern aus metallenen Füßen Fichten, Tannen oder Kiefern in die Höhe. Unser Baum erhält gläserne Kugeln aus Lauscha an und zwischen die Äste gehangen. In Tüllen nehmen richtige Baumkerzen aus Wachs platz. Am Weihnachtsabend brennen zur Bescherung die Kerzen am Baum das erste Mal. Das geschieht schon viele Jahrzehnte so und wir blieben dieser Tradition auch in der Zeit treu, als unsere beiden Kinder Kleinkinder gewesen sind. Es ist nie etwas passiert.
Die elektrische Beleuchtung mögen wir nicht so sehr. Bei abendlichen Spaziergängen sieht man in den Wohnungen solche überwiegend an den Bäumen brennen. Viele Bekannten schalten morgens mit dem Aufstehen die Beleuchtung des Weihnachtsbaums an und am Abend löschen sie kurz vor dem Sprung unter das wärmende Federbett die Weihnachtsbaumbeleuchtung als letztes wieder aus. Wenn wir unsere Kerzen angebrannt haben, dann sitzen wir andächtig und vom Feuer der Dochte fasziniert um den Baum herum. Wir unterhalten uns, jemand liest in einem Buch oder hat sein Notebook auf dem Schoß, wir singen auch Weihnachtslieder oder trinken ganz einfach eine Tasse Kaffee am Tisch sitzend und genießen den Rosinen-, Mandel- oder Mohnstollen. Bedingt durch das natürliche Licht kommen alle zur Ruhe. Modddddern würde man sagen, wir entschleunigen uns. Egal wie der Begriff dafür lautet, die Wirkung ist entscheidend und diese ist sehr schön.
Dreizehnmal werden wir noch wach, heisa dann ist endlich wieder Lichtertag......

im Museum: Weihnachtsbaumschmuck aus mundgeblasenem Glas, viele Jahrzehnte alt


Bergwaldwildnis Hermann Löns (1866-1914)

Was frag ich nach den Menschen
und nach der lauten Stadt,
wenn mich die Bergwaldwildnis,
die weiße Stille hat.

Die Buchenstämme stehen
so schwarz im weißen Schnee,
seinen Schlafbaum sucht der Bussard,
zu Felde zieht das Reh.

Der Fuchs bellt unten im Grunde,
die Eule gibt keine Ruh,
der Abendwind rührt an den Zweigen,
der Schnee fällt immerzu.

Im Tale funkeln die Lichter,
was kümmert mich ihr Schein,
ich stehe oben am Hange
und bleibe für mich allein.


Montag, 10. Dezember 2012

der kleine Engel im 10. Fenster


 Der kleine Engel mit der Posaune an den Lippen erinnert uns mit seinem Spiel daran, dass in 14 Tagen der heilige Abend sein wird. Während die vier Kerzen, am Fuße brennend, Wärme abgeben, dreht sich der Engel über den Flügeln der Pyramide und verkündet die frohe Botschaft in alle 4 Himmelsrichtungen wieder und immer wieder.

zu Gast in der Weihnachtsausstellung im Verkehrsmuseum Dresden


Christkind    (Robert Reinick 1805 - 1852)

Die Nacht vor dem heiligen Abend,
da liegen die Kinder im Traum;
sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.

Und während sie schlafen und träumen,
wird es am Himmel klar,
und durch den Himmel fliegen
drei Engel wunderbar.

Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der Heil’ge Christ;
es ist so fromm und freundlich,
wie keins auf Erden ist.

Und wie es durch den Himmel
still über die Häuser fliegt,
schaut es in jedes Bettchen,
wo nur ein Kindlein liegt,

und freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind;
denn solche liebt von Herzen
das liebe Himmelskind.

Wird sie auch reich bedenken
mit Lust aufs allerbest’
und wird sie schön beschenken
zum lieben Weihnachtsfest.

Heut schlafen noch die Kinder
und sehn es nur im Traum,
doch morgen tanzen und springen
sie um den Weihnachtsbaum.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Was versteckt sich hinter dem 9. Fenster? Adventus Domini ...


Drei Glöckchen künden davon, dass wir ab morgen in kleinen Schritten auf den dritten Advent zugehen werden.
Adventus Domini.



Glockenklang vom 16. Elbhangweihnachtsmarkt in Dresden

Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr

Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr.
Da hörst du alle Herzen gehn und schlagen
wie Uhren, welche Abendstunden sagen.
Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr.

Da werden alle Kinderaugen groß,
als ob die Dinge wüchsen, die sie schauen
und mütterlicher werden alle Frauen
und alle Kinderaugen werden groß.

Da mußt du draußen gehn im weiten Land
willst du die Weihnacht sehn, die unversehrte,
als ob dein Sinn der Städte nie begehrte,
so mußt du draußen gehn im weiten Land.

Dort dämmern große Himmel über dir,
die auf entfernten, weissen Wäldern ruhn,
die Wege wachsen unter deinen Schuhn,
und große Himmel dämmern übern dir.

Und in den großen Himmeln steht ein Stern,
ganz aufgeblüht zu selten großer Helle,
die Fernen nähern sich wie eine Welle ,
und in den großen Himmeln steht ein Stern.

(Rilke, Weihnachten 1901 für Clara)

Samstag, 8. Dezember 2012

im 8. Fenster: heute noch allein


Heute noch allein und ab morgen für eine ganze Woche zu zwein, das Leuchten der beiden Kerzen auf dem Kranz im Advent. Nun strahlen sie beide um die Wette, Tag für Tag, Abend für Abend und Nacht für Nacht, bis - ja bis sie totel heruntergebrannt in einer Woche ersetzt werden und mit ihrem dritten Geschwisterkind das Spiel von Neuem beginnen. Advent, Advent ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei .............


in der Töpferstube kehrt der Advent ein

Verse zum Advent  (Theodor Fontane)

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und das Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.


Freitag, 7. Dezember 2012

das siebte Fenster,


Einblicke......
kurz vor dem 2. Adventswochenende

Töpferstubeneinblick Dezember 2012

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926


Ich glaube, dass ich dieses Gedicht schon einmal in der Adventszeit gepostet habe. Es gefällt mir unheimlich gut und so gibt es die Zeilen erneut zu lesen.
;-)

Donnerstag, 6. Dezember 2012

6. Dezember Nikolaustag: Laßt uns froh und munter sein

Laß uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig, trallerallera !
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!

Dann stell ich den Teller auf,
Nikolaus legt gewiß was drauf.
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da!

Wenn ich schlaf, dann träume ich,
jetzt bringt Nikolaus was für mich.
Lustig, lustig, trallerallera,
nun war Nikolausabend da!

Wenn ich aufgestanden bin,
lauf ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, trallerallera,
nun war Nikolausabend da!

Nikolaus ist ein braver Mann,
dem man nicht genug danken kann.

Lustig, lustig trallerallera,
heut war Nikolausabend da!






Herzlichkeit 2012 in Groß Neuendorf

Mittwoch, 5. Dezember 2012

am 5. Dezember folgt das 5. FENSTER mit Hilde Fürstenberg



 Advent

von Hilde Fürstenberg

Im Tale sind die Blumen nun verblüht
und auf den Bergen liegt der erste Schnee.
Des Sommers Licht und Wärme sind verglüht,
in Eis verwandelt ist der blaue See.

Wie würde mir mein Herz in Einsamkeit
und in des Winters Kälte angstvoll gehen,
könnt ich in aller tiefen Dunkelheit
nicht doch ein Licht in diesen Tagen sehn.

Es leuchtet fern und sanft aus einem Land,
das einstens voll von solchen Lichtern war,
da ging ich fröhlich an der Mutter Hand
und trug in Zöpfen noch mein braunes Haar.

Verändert hat die Welt sich hundertmal
in Auf und Ab - doch sieh, mein Lichtlein brennt!
Durch aller Jahre Mühen, Freud und Qual
Leuchtet es hell und schön: Es ist Advent!



Oderbruchausblick ohne Oder

Der Samstag vor dem ersten Advent begann mit einem schönen Frühstück bei den Landfrauen. Anschließend zogen wir uns warm an, denn die Luft war kalt geworden und es hatte zum Glück über Nacht etwas geschneit. Weihnachtliche Stimmung schwang bei unseren Vorbereitungen mit und dann ging es los, endlich. Wir marschierten pünktlich 11:00 Uhr ab und trafen in der Töpferei bereits viele Gleichgesinnte an.

der wunderbare Holzbrandofen des Manfred Dannegger

Der offene Brandofen gab viel von der gespeicherten Wärme des letzten Brandes frei. Hierin bekommen all die Rohlinge ihre Farbe, die Härte und Festigkeit. Die Kraft des Feuers ist es, die all diese kleinen Wunder vollendet.
noch stehen einige gerade erst gebrannte Scherben im Ofen

Ausschnitt aus dem Weihnachtssortiment 2012

Einfach nur mal so einen Scherben kaufen, dann bezahlen und sofort wieder losfahren geht beim Meister der Brauntöpferei gar nicht. Auch wenn sich eine Warteschlange bildet, Manfred Dannegger findet immer ein persönliches Wort. Er erklärt geduldig die Besonderheiten dieser Gebrauchskeramik, wie bestimmte Farben auf den Oberflächen zustande kommen und was die neuen Besitzer dieser wunderbaren Dinge damit alles daheim anfangen können.
Sollten zu viele Leute einmal warten müssen, dann schickt er sie zum Aufwärmen in seine Töpferstube.
der Meister des Braunzeuges nach Bunzlauer Art, Manfred Dannegger beim
Gespräch und dem bruchsicheren Verpacken seiner Scherben mit Papier

Hinter dem Tresen mit Leckereien steht seine Lebensgefährtin. Sie berät den suchenden Gast und zusammen wird der zur Stimmung, zum Geschmack und zur Neugierde passende Kuchen gefunden. 6 verschiedene Kuchen standen zur Auswahl, weihnachtliche Kekse sowie Fettschnitten mit sauren Gurken. Eine echte, auf dem Holzfeuer gekochte Soljanka, stellte eine willkommene und herzhafte Abwechslung dar. Wer wollte, kaufte sich eine Gugelhupfform mit einem bereits darinnen gebackenen Kuchen. Liebevoll eingepackt fanden diese Stücke ganz viele Abnehmer. Am Sonntagmorgen sind alle leider schon verkauft gewesen.

Kuchen aus den historischen Formen Dannegger

Nach dem Aufwärmen und dem abwechslungsreichen Plausch mit anderen Besuchern und Stammgästen des Hauses ging es in die zweite, eine dritte und eine vierte Runde. Meist war jeder von uns beiden für sich unterwegs. Fanden wir ein passendes Stück, trafen sich unsere Blicke und das folgende, bedeutungsvolle Nicken verriet, gefällt mir ebenso, nehmen wir auch noch mit.