blog Titelgedanken

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... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

meine Mitleser im Gras-Geflüster.blog

Freitag, 9. November 2012

Herbstzeit ist Konservenzeit

 
Im mehrfachen oder unterschiedlichen Sinne betrachte ich das heute von mir gewählte Thema: "Herbstzeit ist Konservenzeit". Im Herbst fährt man zumeist die Ernte ein. Früher verschwanden die geernteten Schätze aus dem eigenen Garten oder von den eigenen Obstbäumen in Gläsern und Konserven. Erst in der kargen und vitaminarmen Winterzeit erblickten sie wieder das Licht des Tages. Heute finden kaum noch Früchte oder Gemüsearten den Weg ins Einweckglas. Die Vorratshaltung geschieht fast ausschließlich im Gefrierschrank oder über die Regale im Supermarkt. Ist damit auch ein Stück Kultur verloren gegangen?
Jetzt im November sind die Tage in der Überzahl anzutreffen, die man eher meiden möchte oder die einen dazu verlocken könnten, vor dem Kamin auf dem Bärenfell die Zeit zu verbringen. Man kommt weniger oft vor die Tür und die Kamera erhält deshalb logischerweise auch weniger Futter als in den anderen Jahreszeiten. Das hängt bei mir mit dem fehlenden Licht zusammen, mit der vom nass-kalten Wetter ausgelösten grauen Stimmung und der durch dickere Kleidungsstücke einhergehenden, eingeschränkten Bewegungsfreiheit.  In dieser Zeit sitze ich gerne am PC und krame in meinem Fotoarchiv. Das Fotoarchiv ist meine große Konserve, meine Filmkonserve. Nach Kalenderjahren und Kalendertagen geordnet, finden ich darinnen alle von mir geschossenen Fotos "eingeweckt". Ist das Wetter einmal fotopirschunfreundlich, dann wähle ich mir ein stimmungsgeeignetes Foto aus und schon geht es los, oder besser gesagt, schon geht er los:
 
DER KONSERVENTAG.
 
 
gestern in einem alten Haus geschossen, eine schätzungsweise 20 Jahre alte
Konserve ist dieses Einweckglas mit Birnenspalten auf
der noch älteren Fensterbank

Kommentare:

Birgit hat gesagt…

Ja das Einwecken lohnt sich auch nur noch, wenn man einen Garten mit den entsprechenden Früchten sein Eigen nennen kann. Und ich kenne auch Leute, die trotzdem nichts einwecken und zur Erntezeit lieber alles verschenken. Es gibt ja heute fast immer alles im Supermarkt, wenn man mal was benötigt - also macht sich kaum noch jemand die viele Arbeit. Ich persönlich koche auch nur noch Marmelade - weiß ich was ich habe und schmeckt uns einfach besser.
Aber was ist eigentlich schlecht daran, bei diesem grauen kühlen und feuchten Herbstwetter mal nicht die Kamera zu zücken und sich wirklich mal ganz zufrieden auf's Bärenfell vor dem Kamin (wie romantisch)oder wohin auch immer zu legen und mal nichts anstrengendes tut?
Ein schönes Wochenende und viel Spaß auf dem Bärenfell wünscht Euch beiden
Birgit

Egbert Büschel hat gesagt…

Ehe sich dieser Irrtum ausbreitet, das Bärenfell und der Kamin sind nur sinnbildlich gemeint gewesen. ;-)

Unser Einwecken beschränkt sich auch nur auf Apfelmus und Marmeladen. Da wir fast ausschließlich Honig essen, beschränkt sich die eigene Marmelade auch nur auf Heidelbeeren und Preiselbeeren. Bei der Konservierung von Preiselbeeren wenden wir noch ein zweites Verfahren an. Ein Kilo Preiselbeeren geben in eine Schüssel mit einem Kilo Zucker. Alles gut vermengen und anschließend in einem Mixer gut zerkleinern. Diesen Mix aus Beeren und Zucker ca. 1/2 Stunden stehen lassen und anschließend ein zweites Mal im Mixer bearbeiten. Den sich ergebenen Brei in kleine Schraubgläser oder in Tontöpfe geben. Wir verschließen die Tontöpfe aus Bunzlauer Braunzeug von unserem Töpfer M. Dannegger aus Groß Neuendorf mit Frischhaltefolie und nun hält sich der fest werdende Fruchtbrei ohne einkochen viele, viele Monate.

Ja, so machen wir es. Gleichzeitig ergab sich eine Idee für ein weiteres "Konservenfoto".

;-) beste Grüße, egbert

Birgit hat gesagt…

Hej, das war auch nicht so ernst gemeint ;-) Trotzdem ein paar ruhige stressfreie Stunden für Euch.
LG Birgit

Egbert Büschel hat gesagt…

Ja und ich habe auch noch eine Ergänzung. Erdbeermarmelade fertigen wir selbstverständlich auch an. Dabei hat sich eine Sorte als Renner etabliert. Erdbeermarmelade (oder besser Konfitüre) mit Basilikum. Frische Basilikumblätter schneiden wir mit dem Messer in ganz kleine Stücke. Wenn die Marmelade/Konfitüre fertig ist, rühren wir die frischen Kräuterblätter in den noch heißen Brei. Die frischgrünen Blätter färben sich auf Grund der hohen Temperatur sofort dunkelgrün. Nun füllen wir das Gemisch in kleine (!) Schraubgläser. Kleine Gläser deshalb, weil es ein ganz besonderer Geschmack ist. Wenn ich aber nacheinander die Marmelade essen soll, nur damit in einem großen Glas der Inhalt nicht verdirbt, verliert die Besonderheit an Besonderem. Aus diesem einzigen Grund finden die kleinen Schraubgläser Anwendung.

Beste Grüße zu euch nach Hamburg,
egbert.

Smilla hat gesagt…

Also Apfelmus und Ratatouille werden bei mir in Gläsern eingeschläfert und bei Gluscht und Gelegenheit wieder geweckt!
Dieses Jahr konnte ich jedoch kein einiges Glas zur Ruhe betten....
Warts ab, wenn du dann auf dem Land lebst.... dann hast du noch mehr Gelegenheit, ach ja Patée versenken wir jeweils auch... aber das erst im Dezember!!
...so jetzt nichts wie los... auf den Besen und danach mit dem Lieblingsbauern an den Allier!!!
Heb's guät und bbbbbb

Birgit hat gesagt…

Also das mit der Erdbeermarmelade mit Basilikum hört sich interessant an und ich werde das nächstes Jahr wohl mal probieren. Danke für den Tipp.
LG Birgit

Nachtfalke hat gesagt…

Wir haben leider nie eingeweckt, aber als Kind war ich auf einem Bauernhof in den Ferien, da habe ich mal mitgemacht und auch dabei genascht. Es hat Spass gemacht. Anschließend haben wir zwei Gläser geschenkt bekommen.

Viele Grüße
Nachtfalke

Kathrin und Crew hat gesagt…

hach, da fällt mir ein...

ich habe noch Schlehen im Gefrierfach!

Egbert Büschel hat gesagt…

Hallo Kathrin, was willst du mit den gefrorenen Schlehen anfangen? Schlehenwein? Marmelade? Schlehenlikör?

Bin gespannt, egbert