blog Titelgedanken

.
.
... mit mehr eigener Ruhe und großzügigerer Gelassenheit durch das ganze Jahr gehen.

meine Mitleser im Gras-Geflüster.blog

Mittwoch, 12. Dezember 2012

12-12-12, der magische 12. Dezember

Wie stark gestaltet sich heute der Ansturm auf die Standesämter? Später blättere ich in der Tageszeitung nach, ob man sich darinnen mit der dreifachen Häufung der magischen Zahl 12 beschäftigt.
Ohne Smilla und ihren Kommentar von heute wäre mir der 12.12.12. nicht oder nicht sofort ins Bewußtsein gerückt. Ja, es gibt Tage, da wünscht man sich einen Zauberstab herbei. Heute kommt unsere Tochter aus Görlitz zu uns. Weihnachtsplätzchen backen steht auf dem Plan. Da gibt es noch so viel zu tun, Einkauf, Vorbereitungen, sauber machen - Smilla, wo finde ich einen solchen Zauberstab?

Weil ich schon wieder das Wort Zauber im Mund führe, das Wetter am Morgen ist zauberhaft. Der Pulverschnee glitzert in der Dunkelheit und einzelne zarte Schneeflocken fallen ab und zu vom Himmel herab. Aber vielleicht sind es auch verloren gegangene Träume. Ich kann es nicht nachprüfen.

malerisch rauscht Dresden vor sich hin


auf der Hälfte des Weges, Fenster Nr. 12

Auf der Hälfte des Weges zur 24 kommt nach dem historischen Lauschaer Glas von gestern die erzgebirgische Holzkunst von heute.


Dienstag, 11. Dezember 2012

viel buntes Glas hinter der 11. Tür


2012 ist für uns zwei ein recht buntes Jahr gewesen und so passt dieses museale Sammelsurium jahrzehnte alten Weihnachtsbaumschmuckes sehr gut zu diesem 11. Dezember. Der 11. Dezember ist im Schaltjahr der 346 Tag des Jahres. Nun verbleiben noch ganze 20 Tage bis zum Jahreswechsel. Was hatte man sich nur alles beim Jahreswechsel von 2011 auf 2012 vorgenommen? Was davon konnte erreicht oder umgesetzt werden? Egal wie die Statistik ausfällt, schließlich besteht die Möglichkeit in 20 Tagen wieder von vorn zu beginnen.
Doch zuvor wachsen am 24. Dezember in vielen Wohnzimmern aus metallenen Füßen Fichten, Tannen oder Kiefern in die Höhe. Unser Baum erhält gläserne Kugeln aus Lauscha an und zwischen die Äste gehangen. In Tüllen nehmen richtige Baumkerzen aus Wachs platz. Am Weihnachtsabend brennen zur Bescherung die Kerzen am Baum das erste Mal. Das geschieht schon viele Jahrzehnte so und wir blieben dieser Tradition auch in der Zeit treu, als unsere beiden Kinder Kleinkinder gewesen sind. Es ist nie etwas passiert.
Die elektrische Beleuchtung mögen wir nicht so sehr. Bei abendlichen Spaziergängen sieht man in den Wohnungen solche überwiegend an den Bäumen brennen. Viele Bekannten schalten morgens mit dem Aufstehen die Beleuchtung des Weihnachtsbaums an und am Abend löschen sie kurz vor dem Sprung unter das wärmende Federbett die Weihnachtsbaumbeleuchtung als letztes wieder aus. Wenn wir unsere Kerzen angebrannt haben, dann sitzen wir andächtig und vom Feuer der Dochte fasziniert um den Baum herum. Wir unterhalten uns, jemand liest in einem Buch oder hat sein Notebook auf dem Schoß, wir singen auch Weihnachtslieder oder trinken ganz einfach eine Tasse Kaffee am Tisch sitzend und genießen den Rosinen-, Mandel- oder Mohnstollen. Bedingt durch das natürliche Licht kommen alle zur Ruhe. Modddddern würde man sagen, wir entschleunigen uns. Egal wie der Begriff dafür lautet, die Wirkung ist entscheidend und diese ist sehr schön.
Dreizehnmal werden wir noch wach, heisa dann ist endlich wieder Lichtertag......

im Museum: Weihnachtsbaumschmuck aus mundgeblasenem Glas, viele Jahrzehnte alt


Bergwaldwildnis Hermann Löns (1866-1914)

Was frag ich nach den Menschen
und nach der lauten Stadt,
wenn mich die Bergwaldwildnis,
die weiße Stille hat.

Die Buchenstämme stehen
so schwarz im weißen Schnee,
seinen Schlafbaum sucht der Bussard,
zu Felde zieht das Reh.

Der Fuchs bellt unten im Grunde,
die Eule gibt keine Ruh,
der Abendwind rührt an den Zweigen,
der Schnee fällt immerzu.

Im Tale funkeln die Lichter,
was kümmert mich ihr Schein,
ich stehe oben am Hange
und bleibe für mich allein.


Montag, 10. Dezember 2012

der kleine Engel im 10. Fenster


 Der kleine Engel mit der Posaune an den Lippen erinnert uns mit seinem Spiel daran, dass in 14 Tagen der heilige Abend sein wird. Während die vier Kerzen, am Fuße brennend, Wärme abgeben, dreht sich der Engel über den Flügeln der Pyramide und verkündet die frohe Botschaft in alle 4 Himmelsrichtungen wieder und immer wieder.

zu Gast in der Weihnachtsausstellung im Verkehrsmuseum Dresden


Christkind    (Robert Reinick 1805 - 1852)

Die Nacht vor dem heiligen Abend,
da liegen die Kinder im Traum;
sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.

Und während sie schlafen und träumen,
wird es am Himmel klar,
und durch den Himmel fliegen
drei Engel wunderbar.

Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der Heil’ge Christ;
es ist so fromm und freundlich,
wie keins auf Erden ist.

Und wie es durch den Himmel
still über die Häuser fliegt,
schaut es in jedes Bettchen,
wo nur ein Kindlein liegt,

und freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind;
denn solche liebt von Herzen
das liebe Himmelskind.

Wird sie auch reich bedenken
mit Lust aufs allerbest’
und wird sie schön beschenken
zum lieben Weihnachtsfest.

Heut schlafen noch die Kinder
und sehn es nur im Traum,
doch morgen tanzen und springen
sie um den Weihnachtsbaum.

Sonntag, 9. Dezember 2012

am Abend des 2. Advent kam ganz viel Schnee


Der 2. Advent Sonntag endete mit einem ergiebigen Schneefallgebiet. Auch Dresden ist darin eingebunden gewesen. Der Schnee brachte uns eine so feine, weihnachtliche Stimmung, das wir kurzentschlossen das Auto von seiner dicken Schneehülle befreiten und in die Stadt gefahren sind. Unzählige große und noch größere Schneeflocken fielen vom Himmel strahlten mit den Sternen des Weihnachtsmarktes am Postplatz um die Wette.

Flockenwirbel in Dresden, 9. Dezember  2012

Eine der sonst so stark befahrenen Trassen Dresdens wirkt auf uns mit ihrer beeindruckenden Einsamkeit. Kaum ein Auto auf der Straße und die Menschen sind an einer Hand abzuzählen gewesen.




Augenblicke später ließ der Schneefall nach.




Der erneute Wintereinbruch ist so stark gewesen, dass sogar Kaffeesachsenfrauen angekettet werden mussten.



Mit diesem roten Hernhuter Stern im weihnachtlichen Tannenspalier verabschiedet sich der zweite Adventssontag. Ich hoffe, ihr habt ähnlich schöne Eindrücke gewinnen können wie wir zwei.

Was versteckt sich hinter dem 9. Fenster? Adventus Domini ...


Drei Glöckchen künden davon, dass wir ab morgen in kleinen Schritten auf den dritten Advent zugehen werden.
Adventus Domini.



Glockenklang vom 16. Elbhangweihnachtsmarkt in Dresden

Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr

Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr.
Da hörst du alle Herzen gehn und schlagen
wie Uhren, welche Abendstunden sagen.
Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr.

Da werden alle Kinderaugen groß,
als ob die Dinge wüchsen, die sie schauen
und mütterlicher werden alle Frauen
und alle Kinderaugen werden groß.

Da mußt du draußen gehn im weiten Land
willst du die Weihnacht sehn, die unversehrte,
als ob dein Sinn der Städte nie begehrte,
so mußt du draußen gehn im weiten Land.

Dort dämmern große Himmel über dir,
die auf entfernten, weissen Wäldern ruhn,
die Wege wachsen unter deinen Schuhn,
und große Himmel dämmern übern dir.

Und in den großen Himmeln steht ein Stern,
ganz aufgeblüht zu selten großer Helle,
die Fernen nähern sich wie eine Welle ,
und in den großen Himmeln steht ein Stern.

(Rilke, Weihnachten 1901 für Clara)

Samstag, 8. Dezember 2012

im 8. Fenster: heute noch allein


Heute noch allein und ab morgen für eine ganze Woche zu zwein, das Leuchten der beiden Kerzen auf dem Kranz im Advent. Nun strahlen sie beide um die Wette, Tag für Tag, Abend für Abend und Nacht für Nacht, bis - ja bis sie totel heruntergebrannt in einer Woche ersetzt werden und mit ihrem dritten Geschwisterkind das Spiel von Neuem beginnen. Advent, Advent ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei .............


in der Töpferstube kehrt der Advent ein

Verse zum Advent  (Theodor Fontane)

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und das Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.


Freitag, 7. Dezember 2012

das siebte Fenster,


Einblicke......
kurz vor dem 2. Adventswochenende

Töpferstubeneinblick Dezember 2012

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926


Ich glaube, dass ich dieses Gedicht schon einmal in der Adventszeit gepostet habe. Es gefällt mir unheimlich gut und so gibt es die Zeilen erneut zu lesen.
;-)

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Der Letschiner Weihnachtskalender 2012


Für den Nikolausstiefel am 6. Dezember kommt heute eine weitere Oderbruch Geschichte:

Nach unserem ausgiebigen, ersten Besuch in der Braunzeugtöpferei bei Manfred Dannegger (und der sich damit  automatisch einstellenden "leeren Reisekasse") standen noch zwei Besuche auf unserer Wunschliste. Den einen Ort kennen die meisten Mitleser unseres blogs schon aus dem Frühjahr. Der Name des kleinen Ortes lautet Altreetz und das Ziel hieß das Landwarenhaus von Christian Filter.
Auf dem Weg dahin sahen wir am Straßenrand diesen kleinen Aufmerksammacher stehen. Im Nu erwachte das Gernstl Reise- und Entdeckerfieber. Wir entschlossen uns, einen Zwischenstopp einzulegen und dem Geheimnis des Schildes mit der Aufschrift "Tag der offenen Tür, Letschiner Adventskalender, Tür 1" auf die Spur zu kommen.

Tag der offenen Tür, der Letschiner Adventskalender 2012, Tür 1, 1. Dezember 2012
Wir liefen vom Parkplatz vor dem alten Bauerngehöft nur ein paar Schritte und stießen dabei auf diese Informationstafel. Auf ihr konnten wir lesen, dass heute der Ingo Neumann in der Zeit von 9 bis 17 Uhr zum Besuch einlädt. Nun wollte wir alles darüber erfahren, was es auf sich hat mit dem Letschiner Adventskalender 2012.

der Letschiner Adventskalender lockte uns am 1. Tag nach Ortwig bei Letschin

Als wir so dastanden, winkte uns ein junger Mann in signalrotem Pullover zu sich auf's Grundstück, hierher, kommen sie zu mir hierher. Ehe wir uns richtig umblicken und orientieren konnten, befanden wir uns mitten im einem Fachvortrag über die Eisenbahn, deren Signaltechnik, alten Schienen und Waggons aus dem erzgebirgischen Bergbau und einem Wahnsinnshobby. Das ist das Leben eines jungen Mannes, der in seinem Garten sich einen Traum verwirklicht. Ingo Neumann baut sich eine Rundstrecke für eine alte Bergbaubahn. Die Gleise, Schwellen und Weichen holte er sich aus der Bergbauregion Erzgebirge selbst ab. Da sein Sinn nach einer Verbindung der Gleisanlage mit der Eisenbahnsignaltechnik steht, liegt es auf der Hand, dass Ingo beides miteinander verknüpft.


Ingo Neumann aus Ortwig vor seiner Haustür und Eingangstür zum Museum

Mit der Draisine auf der Basis einer alten Lore ging es gleich los. Dabei erläutert dieser Eisenbahnfan alle vorhandenen Signale und führt diese funktionfähigen Anlagen auch vor. Ein ganzer Teil davon stammt aus Berlin und manch eine aus Nieten bestehende Verstrebung erzählt Geschichte, die fast 100 Jahre alt sein könnte.



Symbiose aus Bergbaubahn und alter Berliner Eisenbahnsignaltechnik



Mit der Draisine in die Weihnachtszeit, Antennen- und Signalausstellung mit Erlebniskino und Fahrt in der Draisine, so stand es auf dem ersten Türchen des Letschiner Weihnachtskalenders. Im Haus des Ausstellers, das Wohnraum, Museum, Kinosaal und Bahnhofschaltzentrale alles in einem zu sein scheint, machte uns Herr Neumann ein persönliches Geschenk. Nach wenigen Handgriffen an einer selbst hergestellten Schalttafel fuhr vor unseren Augen der Expresszug nach Dresden um 15:39 Uhr ab.
Wie oft sahen wir in der damaligen Zeit ohne eigenes Auto auf solch eine Hinweistafel am Bahnsteig? Das kann keiner mehr sagen und trotzdem löste dieser Anblick ein wenig Wehmut aus.



noch ein einzigs Mal hieß es, freie Fahrt für den Express-Zug von Berlin-Schönefeld nach Dresden Hauptbahnhof,
zumindest auf der historischen Anzeigetafel im Erlebniskino Ortwig bei Ingo Neumann

Da die nächsten Besucher schon im Garten standen, verabschiedeten wir uns voneinander, ohne die Möglichkeit wahrgenommen zu haben, im kleinen Kinosaal (für 8 Personen) noch einen 10 minütigen Kurzfilm zu sehen.
In diesem Sinne unseres Erlebten öffnet in den 24 Tagen bis zum Weihnachtsabend jeden Tag eine andere Person in Letschin und Umgebung sein Türchen zum Haus, zum Hof, zum Geschäft, zum Hobby und verbreitet damit viel Freude. Wir zwei finden, mit diesem Weihnachtskalender hat sich Letschin etwas ganz Besonderes einfallen lassen.


Fazit: Gernstl wäre mit uns nicht unzufrieden gewesen.
;-)

6. Dezember Nikolaustag: Laßt uns froh und munter sein

Laß uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig, trallerallera !
Bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!

Dann stell ich den Teller auf,
Nikolaus legt gewiß was drauf.
Lustig, lustig, trallerallera,
bald ist Nikolausabend da!

Wenn ich schlaf, dann träume ich,
jetzt bringt Nikolaus was für mich.
Lustig, lustig, trallerallera,
nun war Nikolausabend da!

Wenn ich aufgestanden bin,
lauf ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, trallerallera,
nun war Nikolausabend da!

Nikolaus ist ein braver Mann,
dem man nicht genug danken kann.

Lustig, lustig trallerallera,
heut war Nikolausabend da!






Herzlichkeit 2012 in Groß Neuendorf

Mittwoch, 5. Dezember 2012

am 5. Dezember folgt das 5. FENSTER mit Hilde Fürstenberg



 Advent

von Hilde Fürstenberg

Im Tale sind die Blumen nun verblüht
und auf den Bergen liegt der erste Schnee.
Des Sommers Licht und Wärme sind verglüht,
in Eis verwandelt ist der blaue See.

Wie würde mir mein Herz in Einsamkeit
und in des Winters Kälte angstvoll gehen,
könnt ich in aller tiefen Dunkelheit
nicht doch ein Licht in diesen Tagen sehn.

Es leuchtet fern und sanft aus einem Land,
das einstens voll von solchen Lichtern war,
da ging ich fröhlich an der Mutter Hand
und trug in Zöpfen noch mein braunes Haar.

Verändert hat die Welt sich hundertmal
in Auf und Ab - doch sieh, mein Lichtlein brennt!
Durch aller Jahre Mühen, Freud und Qual
Leuchtet es hell und schön: Es ist Advent!



Oderbruchausblick ohne Oder

Der Samstag vor dem ersten Advent begann mit einem schönen Frühstück bei den Landfrauen. Anschließend zogen wir uns warm an, denn die Luft war kalt geworden und es hatte zum Glück über Nacht etwas geschneit. Weihnachtliche Stimmung schwang bei unseren Vorbereitungen mit und dann ging es los, endlich. Wir marschierten pünktlich 11:00 Uhr ab und trafen in der Töpferei bereits viele Gleichgesinnte an.

der wunderbare Holzbrandofen des Manfred Dannegger

Der offene Brandofen gab viel von der gespeicherten Wärme des letzten Brandes frei. Hierin bekommen all die Rohlinge ihre Farbe, die Härte und Festigkeit. Die Kraft des Feuers ist es, die all diese kleinen Wunder vollendet.
noch stehen einige gerade erst gebrannte Scherben im Ofen

Ausschnitt aus dem Weihnachtssortiment 2012

Einfach nur mal so einen Scherben kaufen, dann bezahlen und sofort wieder losfahren geht beim Meister der Brauntöpferei gar nicht. Auch wenn sich eine Warteschlange bildet, Manfred Dannegger findet immer ein persönliches Wort. Er erklärt geduldig die Besonderheiten dieser Gebrauchskeramik, wie bestimmte Farben auf den Oberflächen zustande kommen und was die neuen Besitzer dieser wunderbaren Dinge damit alles daheim anfangen können.
Sollten zu viele Leute einmal warten müssen, dann schickt er sie zum Aufwärmen in seine Töpferstube.
der Meister des Braunzeuges nach Bunzlauer Art, Manfred Dannegger beim
Gespräch und dem bruchsicheren Verpacken seiner Scherben mit Papier

Hinter dem Tresen mit Leckereien steht seine Lebensgefährtin. Sie berät den suchenden Gast und zusammen wird der zur Stimmung, zum Geschmack und zur Neugierde passende Kuchen gefunden. 6 verschiedene Kuchen standen zur Auswahl, weihnachtliche Kekse sowie Fettschnitten mit sauren Gurken. Eine echte, auf dem Holzfeuer gekochte Soljanka, stellte eine willkommene und herzhafte Abwechslung dar. Wer wollte, kaufte sich eine Gugelhupfform mit einem bereits darinnen gebackenen Kuchen. Liebevoll eingepackt fanden diese Stücke ganz viele Abnehmer. Am Sonntagmorgen sind alle leider schon verkauft gewesen.

Kuchen aus den historischen Formen Dannegger

Nach dem Aufwärmen und dem abwechslungsreichen Plausch mit anderen Besuchern und Stammgästen des Hauses ging es in die zweite, eine dritte und eine vierte Runde. Meist war jeder von uns beiden für sich unterwegs. Fanden wir ein passendes Stück, trafen sich unsere Blicke und das folgende, bedeutungsvolle Nicken verriet, gefällt mir ebenso, nehmen wir auch noch mit.
 

Dienstag, 4. Dezember 2012

das vierte Fenster im Weihnachtskalender 2012

 
Das Fenster mit dem vierten Türchen des diesjährigen Weihnachtskalenders findet man im Original im Oderdorf Groß Neuendorf. Den Blick hinaus in den Garten genießt Manfred Dannegger tagtäglich, wenn er an seiner Töpferscheibe sitzt und solch schöne Scherben anfertigt, wie sie auf dem Fensterbrett seiner Werkstatt stehen.
Doch als wir am späten Nachmittag des Freitags an der Oder ankamen, sahen wir kein einziges Licht in der historischen Fischerkate auf der Alten Dorfstraße 2 brennen. Dieses mal konnten wir uns nicht geirrt haben, nein, der 1. Advent ist wirklich übermorgen.
 
 
 
Töpfereifenster in Groß Neuendorf


Wenn hier alles dunkel ist, scheint an diesem Freitagabend keiner in der Töpferei da zu sein. Also fuhren wir hinüber ins Landfrauenheim. Karin Leonhardt, die Chefin des Hauses, versprach uns bei der telefonischen Bestellung das schönste Zimmer ihrer Pension. Dieses wollten wir nun beziehen. Beim Betreten der Gaststätte, wie konnte es anders sein, empfing uns Frau Leonhardt lächelnd mit den Worten, herzlich Willkommen, doch der Advent am Holzbrandofen findet erst nächstes Wochenende statt. Haha. Das passiert uns bestimmt kein zweites Mal. Aber wer den Schaden hat........! Na gut, wenn jemand nicht weiß, worüber ich gerade spreche, kann er nach diesem KLICK mehr über dieses leidliche Thema erfahren.
Das Zimmer ist wie immer vorzüglich vorbereitet gewesen. Schnell luden wir unseren Koffer und die Taschen aus, um uns anschließend von Brigitte Melchert, der ungekrönten Chefin der Küche, im Gastraum kulinarisch verwöhnen zu lassen. Dieses Mal wartete sie mit einer besonderen Spezialität des Hauses auf, die wir bisher nicht kannten, eine gebratene:

QUAPPE


Die Quappe ist ein ganz besonderer und nur in der Winterzeit in den heimischen Flüssen vorkommender Fisch. Sie gehört schon länger in Deutschland zu den stark gefährdeten Tierarten. Deshalb unterliegt sie (in vielen Bundesländern) fischereilichen Schonbestimmungen. In vielen Gewässern ist die Quappe sogar geschützt und darf weder gezielt geangelt noch dem Gewässer entnommen werden. An der Oder ist das Quappe Angeln in einem kleinen Zeitfenster erlaubt, in der Zeit von Dezember bis Februar. Dann kehrt die Quappe ähnlich wie der Lachs zurück und schwimmt die Flüsse hinauf, um in dessen kleinen Seitenarmen in flacherem Wasser den Laich abzulegen. Die Quappe betreibt keinerlei Brutpflege. Sie legt ihren Laich ab und begibt sich anschließend auf den Weg zurück. Entgeht sie den Haken der Angler, kann die Quappe 10 bis 12 Jahre alt werden. Die 2002 als Fisch des Jahres ausgezeichnete Quappe trägt regional bezogen verschiedenste Namen:
* in Österreich nennt man sie Rutte,
* in der Schweiz auch Trische oder Treische,
* im süddeutschen Raum Ruppe, Aalrutte, Aalquappe oder Aalraupe,
* im norddeutschen Raum Quappaal und
* am Bodensee wird sie Trüsche genannt.

Wenn Brigitte Melchert in ihrer Küche im Landfrauenheim von Groß Neuendorf die Quappe typisch für das Oder Restaurant auf Spitzkohl zubereitet und anschließend servieren lässt, dann sieht es auf dem Fischteller der Gäste so aus:


Spitzenessen der Sonderklasse im Landfrauenheim von Groß Neuendorf, die heimische Quappe aus der Oder auf Spitzkohl

So lautet dann auch mein Tipp für heute: Ein Ort Brandburger Gastlichkeit
Wenn richtig viel Frost an der Nase zwackt, wenn auf der Oder die dicken Eisschollen treiben, ja dann ist Hauptsaison für dieses einmalige Fischgericht. Es steht in dieser Zeit (fast) täglich auf der Speisekarte des Landfrauenheims. Dennoch empfehle ich euch, vorher bei Karin Leonhardt anzurufen (+49 33478 4902) und einen kleinen oder sogar einen großen Tisch zu reservieren. Für viele Berliner ist dieser Fisch kein Geheimtipp mehr. Sie pilgern in der kalten Jahrszeit regelmäßig in das 90 Kilometer entfernte liegende Groß Neuendorf, um sich von bzw. mit Brigitte Melchert's Kochkünsten und den absolut moderaten Preisen verwöhnen zu lassen.
Als krönenden Abschluß empfehle ich noch ein großes Glas mit heißem Apfelsaft und eingerührtem Zimt. Dann kann euch beim anschließenden Spaziergang entlang der Oder kein scharfer Winterwind mehr etwas anhaben.

Wollt ihr abschließend sehen, wie eine solche Quappe geangelt wird? Dann schaut euch einige Minuten lang diesen Film an. KLICK für Film ab ;-)


Montag, 3. Dezember 2012

nach dem 2. Fenster folgt das 3. Türchen


Hinter diesen drei Kerzenhaltern auf dem dritten Türchen versteckte sich eine kleine Adventsgeschichte,
entstanden auf der Reise ins Dannegger Keramikland.


Weihnachtsdetail aus dem Schloß Wulkow

Am Freitag letzter Woche begann unsere Kurzreise ins 270 km entfernte Groß Neuendorf pünktlich um 12:30 Uhr. Mit der Auffahrt auf die Autobahn vermeldete die Navigation einen Stau bei Radeburg und führte uns am Flughafen Dresden sogleich von der Autobahn herunter. Als wir mit einer Umwegverspätung von 30 Minuten wieder auf die Autobahn geführt wurden, meldete der Verkehrsfunk lediglich eine Beeinträchtigung des fließenden Verkehrs durch einen defekten LKW in der Ausfahrt Radeburg. Na toll, dachten wir. Dafür schleichen wir nun 30 Minuten auf den Nebenstraßern herum. Fazit: Man kann und darf der Dame in der Navigation nicht alles glauben.

Wir verließen also am Freitag ein zart mit weißem Schnee überzuckertes Dresden. Die Schneehöhe außerhalb von Dresden stieg nach einigen Kilometern schnell auf geschätzte 20 cm Neuschnee. Erst kurz vor Berlin fanden sich keinerlei Winterspuren mehr an. Ein wenig Wehmut machte sich breit, ein 1. Advent mit etwas Schnee hätte so schön sein können.
Bedingt durch unsere frühe Abreise gestaltete sich die Autofahrt insgesamt problemlos und wir kamen sehr gut voran. Gegen 15:00 Uhr versuchte die Sonne ein Comeback und schickte einige ihrer goldenen Strahlen zu uns herab.

die kleine Kirche von Wulkow auf der Anhöhe

Dieses Lichtspiel erreichte uns in Wulkow, einem kleinen Ort vor dem größeren Neuhardenberg. Wulkow ist wahrscheinlich nur durch sein ehemalige Schloß bekannt, dass heute ein feines Hotel beherbergt. Vor zwei Jahren besuchten wir auf unserer Heimfahrt den Weihnachtsmarkt in den verschiedenen Gesellschaftsräumen des heutigen Hotels. Sich daran erinnernd, stellte sich bei Ina fast automatisch ein kleines Lustgefühl auf einen Kaffee und etwas Kuchen ein. Na gut, für einen guten Tee kann ich auch schon mal die Fahrt unterbrechen. Kurzentschlossen und sehr gut im Zeitplan liegend, pausierten wir im Café des Schlosses von Wulkow.




Wir sprachen angeregt während verschiedener Schlucke aus unseren Porzellantassen mit dem Schloßbesitzer, philosophierten mit der Dame an der Rezeption über die Bedeutung zweier Mohrenfiguren über der Personaltür und vollführten eine geistige Zeitreise ins letzte Jahrhundert an Hand einer überdimensional großen Wand voller historischer, regionaler schwarz-weiß Fotos. Dabei entstanden unterschiedlichste Fotos, so auch die drei Kerzen für das heutige Fenster im 2012'er Weihnachtskalender. Doch irgendwann fanden wir zwei zurück in die Zeit jetzt und hier. Eilig und lachend bestiegen wir die vor dem Schloß wartende Famileinkutsche für die restliche Weiterfahrt an die Oder und dem 1. Advent mit seinen Ereignissen entgegen.

Sonntag, 2. Dezember 2012

2. Dezember, 1. Advent, 2. Fenster


Am zweiten Dezember öffnen wir das zweite Türchen oder das zweite Fensterchen am 2012er Weihnachtskalender. Wir erlebten an diesem 1. Adventswochenende im Oderbruch wieder so viel Schönes, dass ich in den nächsten Tagen in mehreren Beiträgen davon berichten werde. Freut euch mit mir bzw. mit uns gemeinsam auf die neuen Fotos von Groß Neuendorf und Umgebung.


Weihnachtsfenster im Schloß Hermsdorf



Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
dann steht das Christkind vor der Tür.

Samstag, 1. Dezember 2012

das erste Türchen im Weihnachtskalender 2012


Heute öffnet sich überall und bei allen das 1. Fenster auf dem Weihnachtskalender 2012. Neugierig schauen nicht nur Kinder auf und hinter das Türlein oder das Fenster. Auch für die kindgebliebenen Erwachsenen ist immer ein Rest an Spannung zu finden. Dieser Spannung folgend, öffnet sich auch in diesem Jahr in meinem blog täglich ein weiteres Fenster. Viel Freude wünsche ich euch allen.
egbert



der Weihnachtsmann schaut ins Fenster der Bäckerfachschule Dresden und
beobachtet, was der Meisterlehrgang M 44  in den letzten Wochen
im Endspurt alles macht und noch schafft